Nach 31 Jahren gibt Boutique „Pomme“ auf

Offenbach - (siw) Die Modeboutique „Pomme“ an der Frankfurter Straße 39 schließt nach 31 Jahren ihre Türen: Geschäftsführer Wilfried Beenen, der früher einmal insgesamt sechs Filialen in Frankfurt und Rüsselsheim vorstand, kennt den letzten Verkaufstag selbst noch nicht. Denn so viel Bekleidung wie möglich soll vor der Räumung noch eine Käuferin finden.

Deswegen gewährt er seit einigen Wochen Preisnachlässe von 20 Prozent, zum Teil auch auf bereits reduzierte Ware.

Der Umsatz sei bereits seit einiger Zeit rückläufig, doch jetzt sei für ihn das Ende der Fahnenstange endgültig erreicht: „Die Leute können sich immer weniger leisten. Nach der Euroeinführung bleibt bei vielen einfach kein Geld für Konsum mehr übrig.“

Beenen erinnert sich noch gut daran, dass Pomme im Jahr 1978 eines der ersten Geschäfte war, das die Räume in der City-Passage bezog. „Wir hatten mal fünf Verkäuferinnen, heute sind es noch zwei Teilzeitkräfte.“ Um seine beiden langjährigen Mitarbeiterinnen tut es dem Geschäftsmann leid: „Sie werden wohl so schnell nichts anderes finden“, fürchtet er.

An seinem Warensortiment liege der Niedergang des Unternehmens nicht, dessen ist sich Beenen sicher. Die flotte Mode für die Frau ab 30 bewege sich schließlich in einem mittleren Preissegment mit guten Markenartikeln wie Rosner, Public und Olsen.

Beenen: „Teile meiner Stammkundschaft sind inzwischen im Ruhestand, da braucht man einfach nicht mehr so viel Bekleidung und junge Kundschaft kommt einfach nicht mehr nach.“

Kollegen aus der Branche hätten ihm bestätigt: Früher habe ein solches Geschäft einmal eine ganze Familie ernährt, heute nicht mal mehr eine Person.

In der Passage des in Aschaffenburg ansässigen Unternehmers Schwind steht also bald ein weiteres Geschäft leer. Im Rathaus hat man inzwischen von einer Bauanfrage von zwei Interessenten gehört, die den Gebäudekomplex umgestalten wollen. Gerüchte über mögliche neue Investoren gab es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Eröffnung des Einkaufszentrums KOMM am Aliceplatz am 24. September erscheint der Klatsch nun in einem anderen Licht: Das neue Haus macht den Standort vielleicht doch attraktiv.

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