Für Nachnutzung viele Ideen und wenig Geld

Offenbach - Wenn die Hochschule für Gestaltung (HfG) wie verkündet von der Innenstadt ins neue Hafenviertel zieht, werden in bester City-Lage Immobilien frei. Noch darf sich vor allem über die Umzugs-Zusage des Landes gefreut werden, doch schon jetzt ist eines sicher. Von Matthias Dahmer

Die künftige Nutzung des Gebäude-Ensembles dürfte zu den großen Aufgaben der Stadtpolitik in den kommenden Jahren gehören. Unter dem Vorbehalt, dass auch wirklich alles klappt wie angekündigt, reifen in der Politik erste zarte Überlegungen, die, so die einhellige Forderung, in ein Gesamtkonzept münden müssen: In den repräsentativen Räumen wäre Platz für unter Enge leidenden Bildungseinrichtungen wie etwa die Gewerblich-technischen Schulen; es könnten Ämter dort einziehen, die bislang außerhalb des Rathauses residieren; das Schloss biete doch das ideale Ambiente für gehobene Gastronomie und nicht minder noble Büroräume, heißt es.

Oberbürgermeister Horst Schneider schwebt ein Kompetenzzentrum Technik vor, Grünen-Fraktionschef Peter Schneider hält ein Gründerzentrum für erneuerbare Energien für erwägenswert, und hofft insgesamt auf eine breite Diskussion. Für Peter Freier, Frontmann der CDU-Fraktion, sollte es eine qualitativ hochwertige Nachnutzung sein, fürs Schloss käme wohl nur etwas Kulturelles in Frage.

„HfG-Umzug beginnt nicht vor 2015“

Noch gehören die HfG-Immobilien dem Land Hessen. Und in Wiesbaden wird man selbst dem darbenden Offenbach keine Geschenke machen können.

Oberbürgermeister Schneider geht davon aus, dass es zu einem Tauschgeschäft städtisches Hafengrundstück gegen HfG-Liegenschaften kommt. Gleichzeitig war jedoch zu hören, das Land habe daran kein Interesse, wolle die Innenstadt-Gebäude meistbietend versilbern. Horst Schneider käme ein Investor sogar gelegen, wie er sagt. Denn stadtplanerisch habe man im Rathaus immer noch das letzte Wort.

Ob ein Verkauf der städtischen Hafenparzellen für den HfG-Neubau Geld in die Kasse spült, ist offen. Skeptiker rechnen damit, dass das Land um den Grundstückpreis gnadenlos feilschen wird.

Für Stefan Grüttner, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Verkünder des Umzugs, sind das alles Spekulationen. Noch seien die Details nicht geklärt. Sicher ist für ihn nur: Der HfG-Umzug werde nicht vor 2015 beginnen.

Rubriklistenbild: © op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare