Nachtflüge: Landtag in der Warteschleife

Wiesbaden/Offenbach (dpa/re) ‐ Fluglärm tagsüber und eine kurze Nachtruhe - der hessische Landtag hat gestern heftig über die Lage seit Inbetriebnahme der neuen Frankfurter Landebahn gestritten.

„Was wir brauchen, ist eine höchstrichterliche Entscheidung“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit Blick auf den für nächstes Jahr erwarteten Spruch des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zum Nachtflugverbot.

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Bouffier und die Fraktionsvorsitzenden Christean Wagner (CDU) und Florian Rentsch (FDP) listeten auf, wie Fluglärm noch reduziert werden könne: steilere An- und Abflugwinkel, höhere Gebühren für laute Flugzeuge, baulicher Schallschutz am Boden. Rentsch betonte, wenn Leipzig auf null Nachtflüge entscheide, dann werde es bei null Flügen bleiben.

Die SPD hatte die Sondersitzung beantragt, um eine Neuauflage des Anti-Lärm-Pakts einschließlich eines vollständigen Nachtflugverbots vorzuschlagen. „Erneuern wir das Mediationsergebnis!“, forderte Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Grünen-Fraktionsvorsitzender Tarek Al-Wazir klagte, die Regierung habe es versäumt, sich rechtzeitig mit Schallschutz zu befassen.

Der Flughafenbetreiber Fraport reaktiviert unterdessen sein „Info-Mobil“, das die besonders vom Fluglärm betroffenen Kommunen bereisen und den Dialog mit den Bürgern suchen soll. In Offenbach klagen Hausbesitzer derweil über hohe bürokratische Hürden bei der Erstattung der Ausgaben für Schallschutzmaßnahmen.

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