Nachwuchs beweist, dass er zupacken kann

OFFENBACH - Der Klang des Martinshorns begleitet das Herannahen des Löschfahrzeugs 16 TS. Unter den Augen zahlreicher Schaulustiger springen eilig sieben junge Brandschützer heraus und erhalten vom Einsatzführer in knappen Worten die Direktiven. Von Harald H. Richter

Mit geübten Griffen werden mehrere B-und C-Schläuche ausgerollt, flugs miteinander verbunden und an die Wasserhydranten angeschlossen. So oder ähnlich ist der Nachwuchs auch im Ernstfall unterstützend im Einsatz, wenn es darum geht, am Gefahrenort beim Löschen zu helfen und schlimmeren Schaden abzuwenden.

Doch an diesem Nachmittag ist alles nur Schau auf dem Platz vor dem alten Gerätehaus. Aufmerksam beobachtet von Eltern, Freunden und Geschwistern zeigen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Offenbach vor ihrem Domizil auf der Schlossgasse in Rumpenheim, was sie drauf haben. Jetzt müssen auch Julia und Katharina (beide 15 Jahre alt) beweisen, dass sie zu Recht dem Schlauch- und Angriffstrupp zugeordnet sind und das zuvor in vielen Übungsstunden Erlernte beherrschen. Hand in Hand arbeiten sie, sind konzentriert bei der Sache.

Mitglieder mit Migrationshintergrund sucht man vergebens

Mit der zwölfjährigen Sandra als Melderin mischt ein weiteres Mädchen mit. Vier Jungs stehen ebenfalls ihren Mann. Doch mit dem Verlauf der Übung ist Schlauchtruppführer Sebastian nicht ganz zufrieden. „Heute Vormittag waren wir besser und schneller. Da klappte die Teamarbeit präziser.“

Wer nicht an den beiden Schauübungen mitwirkt, nimmt beim Tag der offenen Tür andere Aufgaben wahr. Solches Engagement freut den Ehrenamtsbeauftragten der Stadt, Reinhard Knecht, ganz besonders. Passend zum Anlass richtet er sein Grußwort an die Festgemeinde aus dem Förderkorb der ausgefahrenen Drehleiter und überreicht – wieder am Boden angelangt – der Jugendwehr eine Geldspende für künftige Vorhaben.

18 Jungen und fünf Mädchen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren stehen derzeit im freiwilligen Dienst für die Gemeinschaft. Der Brandschutznachwuchs rekrutiert sich zwar aus der Jugend nahezu aller Wohngegenden der Stadt, Mitglieder mit Migrationshintergrund sucht man in seinen Reihen allerdings vergebens. „Wir würden uns freuen, wenn auch aus solchen Familien Mädchen und Jungen zu uns kämen“, spricht Stadtjugendfeuerwehrwart Walter Füssel eine Einladung zum Mitmachen aus.

Besuch im Trainingszentrum

Eine Fotowand in der Fahrzeughalle veranschaulicht die Vielseitigkeit des Freizeitangebots, das den Jugendlichen unterbreitet wird. Jeden Dienstag um 18 Uhr trifft man sich im alten Gerätehaus zu Theorie und Praxis. Freizeiten und Zeltlager, spannende Seifenkistenrennen und Spieleabende gehören genauso zum Programm wie regelmäßige praktische Übungen und die Vermittlung von Unfallverhütungsvorschriften sowie das Auffrischen von Erste-Hilfe-Kenntnissen. Demnächst ist ein Besuch im Trainingszentrum der Frankfurter Flughafenfeuerwehr geplant, und vom 9. bis 11. August ist man beim Offenbacher Berufsfeuerwehrtag dabei. Lehr- und actionreich soll das erlebt werden, was für die Großen Alltagspraxis ist: Ausbildung, Sport, echter Löscheinsatz. „Das ist zwar anstrengend, kommt bei den jungen Leuten aber prima an“, sagt der Stadtjugendfeuerwehrwart. Nicht selten wechselt so mancher Jugendlicher mit 18 in die Einsatzabteilung. „In diesem Jahr sind bereits drei Jungfeuerwehrleute übernommen worden, zwei weitere folgen demnächst.“ Wer eines Tages als Erwachsener bei der ehrenamtlichen Sache bleiben will, integriert sich in eine der freiwilligen Wehren, die es in den Stadtteilen Bieber, Waldhof und Rumpenheim gibt.

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