Nässe-Rätsel im Klinik-Neubau

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Offenbachs neues Klinikum kommt bei den Patienten gut an, Belegungszahlen steigen. Von den Baumängeln im Detail bekommen Kranke nichts mit.

Offenbach ‐ Die vertraulich-dringlichen Hinweise an die Presse klingen dramatisch. Anrufer 1 und Anrufer 2 melden „vertuschter Wassereinbruch im Klinikum“, unabhängig davon schiebt Anrufer 3 gar einen „überfluteten Nuklearbereich des Krankenhauses nach“. Von Thomas Kirstein

Bei den Alarmen wirkten sich wohl mehrere Stationen „Stille Post“ aus, aktuell womöglich beeinflusst von Atom-Ängsten: Tatsächlich drückt sich laut Verwaltungsdirektor Gunnar Sevecke an den südlichen Außenwänden des Klinik-Neubaus Feuchtigkeit ins Untergeschoss.

Die Abteilung Strahlenphysik ist in der Tat betroffen, allerdings nur Büroräume. Die Pathologie hat inzwischen ihr im vergangenen Jahr bezogenes neues Domizil verlassen und ist vorsorglich in die ehemaligen Räumen der Neurologie unterhalb des alten Zentralbaus umgezogen.

Zumindest den Mitarbeitern gegenüber wird aus dem Schaden kein Geheimnis gemacht. In der neuen Ausgabe der internen Krankenhaus-Zeitung „Klio“ geht es um „ungeklärte Feuchtigkeit in Ebene -1“. Die tritt besonders an den Lichtschächten- und -höfen auf, feuchte Gipskartonwände und Wärmeisolierung mussten bereits demontiert werden.

Bei der Außenhaut geschlampt?

Die genaue Ursache ist unbekannt, jetzt sind die Gutachter an der Reihe, die betroffenen Stellen müssen freigelegt werden. „Es gibt viele Theorien“, sagt Verwaltungsdirektor Sevecke. Ein einmaliger Wassereintritt wird ebensowenig ausgeschlossen wie ein dauerhaftes Eindringen. Beispielsweise könnte die provisorische Kies-Abdichtung der Lichtschächte Gullys verstopft haben. Auf jeden Fall kommen aufs Klinikum keine zusätzlichen Kosten zu, so etwas fällt unter die Gewährleistung der ausführenden Firmen.

„Offenbar hat jemand bei der Außenhaut geschlampt“, wird der Krankenhausdezernent, Stadtkämmerer Michael Beseler, deutlicher. Die Frage sei allerdings, wer. Da es sich beim Klinikum nicht um ein PPP-Projekt handele, gebe es keinen Generalunternehmer da, der in die Pflicht genommen werden könne. Die Gewerke wurden einzeln vergeben. „Wir müssen’s also erst einem Handwerker nachweisen“, sagt Kämmerer Beseler.

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