Dass der nächste Bus kommt, dafür sorgt die NiO

Nahverkehr aus einer Hand geplant

+
Wo Busse fahren und Haltestellen in Offenbach liegen – das bestimmt NiO neben vielen anderen Aufgaben.

Offenbach - Nur zwei Jahre nachdem die S-Bahn die Menschen in und um Offenbach mobiler machte, kam auch in den Busverkehr Bewegung. Von Fabian El Cheikh

Das Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen, das Ende 2005 in Kraft trat, regelte die Aufgaben von Kommunen und Kreisen bei der Bewältigung des Verkehrsaufkommens. Und es ebnete den Weg für eine Liberalisierung mit dem Ziel, den ÖPNV wettbewerbsfähiger zu machen. Vor allem im Busverkehr werden seither Strecken ausgeschrieben und auf eine beschränkte Zeit vergeben. Unter bestimmten Kriterien ausgenommen von der Ausschreibungspflicht sind selbst erbrachte Leistungen durch eigene Verkehrsbetriebe – dieses Modell wird auch in Offenbach praktiziert.

Die Strippen des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt zieht beinahe unsichtbar im Hintergrund die Organisation Nahverkehr in Offenbach (NiO). Sie ist die zuständige Stelle, um von Seiten der Stadt die hessischen Gesetzesvorgaben zu erfüllen: möglichst kurze Reisezeiten, Anschluss- und Übergangssicherheit, Pünktlichkeit, Sicherheit, Sauberkeit, aktuelle Fahrgastinformationen und transparente, leicht zugängliche Fahrpreise. Im Januar 2007 aus den Offenbacher Verkehrsbetrieben (OVB) ausgegliedert, ist die NiO als hundertprozentige Tochter der Stadtwerke-Holding der Aufgabenträger, der Buslinien bestellt und ausschreibt, Fahrpläne aufeinander abstimmt und den Nahverkehrsplan erstellt. Im Gegensatz dazu sind die OVB Aufgabenersteller. Kurz gesagt: Die NiO bestellt, die OVB liefern. Wie die Buslinien verlaufen, welche Haltestelle angefahren wird, wo Umsteigemöglichkeiten eingerichtet werden – das alles organisieren jedoch nicht die OVB, sondern die NiO. Wünscht die Kommunalpolitik die neue Linie 108, um das Hafenviertel ans Verkehrsnetz anzuschließen, obliegt es der NiO, dies zu bewerkstelligen – in enger Abstimmung mit den OVB.

Wollen die Politiker beim ÖPNV sparen, muss NiO-Geschäftsführerin Anja Georgi den Gürtel enger schnallen und Einsparpotenziale finden. Georgi: „Die Stadt sagt, welche Verkehre sie haben will, und wir erstellen den Rahmen dafür.“ Wobei auferlegte Kürzungen schmerzhaft seien. „Das versuchen wir immer zu vermeiden.“ Die NiO organisiert aber nicht nur die Offenbacher Buslinien, sondern ist auch zuständig für die Regionalverkehre (Regionalzüge, S-Bahnen, Busse), die Offenbach ansteuern. „Da bedarf es enger Abstimmung mit der Kreisverkehrsgesellschaft in Dietzenbach, aber auch generell mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund, zu dem wir gehören und der die regionalen Verkehre bestellt.“ Erst diese Abstimmung macht es möglich, dass eine Linie wie die 551 oder OF-30 aus Frankfurt und dem Landkreis auch nach Offenbach fährt.

Doch damit nicht genug: Die NiO kontrolliert, dass die OVB und andere Verkehrsgesellschaften pünktlich sind, sicher fahren und auf Sauberkeit in ihren Fahrzeugen achten. Dass kein Müll die Haltestellen versaut, dafür ist der NiO-Haltestellenkümmerer verantwortlich. Beratung über Fahrpläne und Tickets erhalten Bus- und Bahnfahrer außerdem in der von der NiO betriebenen Mobilitätszentrale am Marktplatz. Und wer dort auf ein E-Mobil umsteigt, ist ebenfalls mit der NiO unterwegs.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare