Bieberer Markt

Bieberer Markt: Nasses Einkaufsvergnügen

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Trotz verregneten Wetters waren diese Damen mit Spaß bei der Arbeit am Bieberer Markt. Und am Nachmittag hatte Petrus ein Einsehen mit dem Fest.

Bieber - Sonntag, kurz vor 11 Uhr: Der Himmel öffnet die Schleusen, Blitz und Donner drohen mit Getose. Gerade jetzt ist das für das Gewerbe und die Vereine des Stadtteils ärgerlich. Von David Heisig

Soll doch entlang Aschaffenburger und Seligenstädter Straße bis zum Ostendplatz der alljährliche Bieberer Markt steigen.

Mit ein wenig Galgenhumor wird um 11 Uhr die Gewerbeschau eröffnet. „Gucken Sie mal: Ich bin schon durchgeweicht“, sagt Elfriede Ring, Vorsitzende des ausrichtenden Gewerbevereins, ein wenig wehmütig. Seit 7 Uhr ist sie zum Organisieren unterwegs, weist den Händlern Standplätze zu. Einer hat gleich mit Blick zum Himmel kehrt gemacht. Andere sind mit der Position ihres Standes nicht zufrieden. Sonniges Wetter wäre Balsam fürs Gemüt. „Die haben ja alle ihre Geschäfte offen. Wir können das nicht absagen“, sagt Ring. Das Gewerbe und die Vereine möchten präsentieren, was sie leisten können.

„Eine 20-minütige Rede vorbereitet“

„Jetzt habe ich extra eine 20-minütige Rede vorbereitet“, scherzt Stadtrat Felix Schwenke mit Blick auf den mauen Publikumszuspruch. Parlamentskollegin Sieglinde Nöller kontert schmunzelnd mit einer Stunde. Mit einem lauten „Hallo“ ruft Ring zur Ordnung und leitet die Eröffnung ein. Man könne ja nicht jedes Jahr Kaiserwetter haben, macht sie Mut. Immerhin gehe es um Wertschätzung für den Gewerbestandort. Da freue sie sich, dass wenigstens die Honoratioren zahlreich erschienen seien.

Stephan Färber von der Bieberer SPD geht in seinen Grußworten auf den Beginn des Markts ein. So hätten sich schon im 13. Jahrhundert die Schöffen beim Schlag unter der Linde zum Gericht getroffen. Obligatorisch sei dort ein Markt gewesen.

Heute wie damals hoffen alle auf gute Geschäfte. Nur Schwenke ist nicht so optimistisch beim Blick zum Himmel. Aller Optimismus scheint zunächst vergebene Liebesmüh. Statt flanierender Menschen haben sich die wenigen unter die Stände geflüchtet. Bei nachlassendem Regen werden erstmal die Wassermassen von den Standdächern abgelassen.

Bienen im Bieberer Wald und Feld

Zwei Verkäufer warten Zeitung lesend auf Kundschaft. Bei Wilfried Schneider aus Walldürn im Odenwald gibt es gedrechselte Holzskulpturen zu bewundern. Er sei eingeladen worden und ist zum ersten Mal dabei. Bis 19 Uhr hofft er auf ein wenig Zuspruch. So auch Björn Pittelkow. Er ist Hobbyimker, hat seine Bienen im Bieberer Wald und Feld. Auch wenn wetterbedingt die Ausbeute in diesem Jahr nicht gut ist, ist Pittelkow von der Güte des Bieberer Honigs überzeugt. Die Pflanzenvielfalt in der Stadt sorge für viele Geschmacksnuancen.

Auch Einzelhändler und Banken stellen ihre Produkte aus. So kann man Autos bestaunen, sich über Kredite informieren oder durch die Läden schlendern. Beschaulich geht es bei der evangelischen Gemeinde zu. Vor allem der soziale Aspekt steht im Vordergrund, sagt Kirchenvorstand Peter Kreuzer. Auf dem Markt könne man Werbung für die sozialen Aktionen der Kirche machen. Mit dem Saal als trockenem Zufluchtsort kann die Gemeinde punkten. Ein paar Meter weiter verkauft der Missionskreis von St. Nikolaus Kuchen. Das Geld geht an ein soziales Projekt im Sudan. Im vergangenen Jahr kamen zirka 5000 Euro zusammen.

Bilder zum Bieberer Markt

Bieberer Markt

Beim Sportgeschäft Nowalala geht es auch um den guten Zweck. Für jeden Kilometer auf dem Laufband zahlen Besucher einen Euro. Der Laden verdoppelt die Summe. Das Geld geht an die Kinder- und Jugendfarm – am Ende sind es insgesamt 400 Euro.

Nach gut vier Stunden nasser Gewerbeschau hat Petrus ein Einsehen. Die zweite Hälfte gewährt er den Bieberern das Wetter, das es für einen solchen Markt braucht. Dass Schwenke mit seiner Prognose nicht ganz recht hatte, wird er mit Blick auf Bieberer Belange verkraften...

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