Netzwerk Elternschule zieht Zwischenbilanz

130 Angebote für besseres Familienleben

Offenbach - Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche gibt es reichlich. Doch nicht immer kommen diese an – vor allem, wenn Interesse und Unterstützung aus dem Elternhaus fehlen. Von Veronika Schade

„Elternkompetenz ist die Voraussetzung für das Gelingen von Bildungsangeboten“, sagt Bürgermeister Peter Schneider. Um diese zu stärken, wurde 2010 das Offenbacher Netzwerk Elternschule ins Leben gerufen.

Was brauchen und wünschen sich Eltern in Offenbach – und wo bekommen sie es? Das waren die Fragen, die sich die Gründer des Netzwerks stellten, das neben städtischen Ämtern und Volkshochschule aus 15 freien Trägern besteht, darunter Pro Familia, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Caritas. Die Geschäftsführung liegt beim Jugendamt und dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten.

Angebot in der Stadt

„Wir waren erstaunt, wie vielfältig das Angebot in der Stadt ist“, berichtet die stellvertretende Jugendamtsleiterin Claudia Kaufmann-Reis, „aber eine Bevölkerungsgruppe wurde zu wenig erreicht: die Migranten.“ Hauptsächlich nutzte die „bürgerliche Mittelschicht“ die Angebote. Es galt also herauszufinden, welchen Bedarf Eltern mit Migrationshintergrund haben – und wie sie niedrigschwellig zu erreichen sind.

50.000 Euro stehen dem Netzwerk pro Jahr zur Verfügung. Damit finanziert und entwickelt es Projekte, die in einer Pilotphase zeitlich befristet und erprobt werden. Fünfmal im Jahr treffen sich die Verantwortlichen der Steuergruppe. Nach Projektabschluss folgt die Auswertung und Evaluation, die für Träger und politische Entscheider als Grundlage dient, ob es weitergeführt wird.

Wie etwa „Elmo“ („Eltern lernen mit in Offenbach“), das größte der bisher acht Projekte des Netzwerks. Als Zusammenarbeit von DRK, Internationalen Bund (IB) sowie Verein für Kultur und Bildung (Kubi) begann es im Sommer 2011 mit zweijähriger Laufzeit. 20 Elternmentorinnen aus verschiedenen Herkunftsländern wurden eigens ausgebildet. Sie gehen in die Familien, um beim gemeinsamen Spielen die Kompetenzen der Eltern zu stärken sowie die Integration von ihnen und ihren Kindern zu erleichtern. „Das richtet sich an Familien, die bisher nirgendwo angedockt haben“, erläutert Maria Wackmann, Geschäftsführerin des Netzwerks Elternschule. Ziel ist, sie später in andere Bildungsangebote zu vermitteln, zum Beispiel Deutschkurse. Mehr als 100 Familien wurden so schon erreicht.

Kostengünstige Freizeitgestaltung

Gerade ausgelaufen ist das Projekt „FaWiO“ („Familien auf Weltreise in Offenbach“) der Caritas und der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, in dem es um kostengünstige Freizeitgestaltung geht. Über sein Weiterbestehen wird noch entschieden. Das ebenfalls gerade ausgelaufene Projekt „Spielend spielen lernen“ im Stadtteilbüro Nordend wird der Träger DRK fest übernehmen. Zwei neue Projekte sind in Planung.

Insgesamt umfasst das Netzwerk Elternschule etwa 130 Angebote. Sie sind auf der städtischen Internetseite dargestellt – von Schwangerenberatung bis Zumba-Kurs.

Rubriklistenbild: © dpa

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