Neubau der Bahnüberführung Wilhelmstraße

Planung und Bau mangelhaft

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Die Brücke selbst steht bereits, bis auch die Stützwände erneuert und die Straße wieder hergerichtet sind, werden jedoch noch einige Monate verstreichen.

Offenbach - Bereits seit Oktober 2012 behindert die Großbaustelle an der Wilhelmstraße den Verkehr östlich der Waldstraße. Für Anwohner und Autofahrer bedeutet die Erneuerung der Bahnbrücke seit mehr als einem Jahr: außen herum fahren. Von Jenny Bieniek

Der Planung nach hätte die 2,5 Millionen Euro teure Sanierung bereits seit Wochen fertig, die Straße längst wieder freigegeben sein sollen. Wegen „Fehlern in der Bauleitplanung und Mängeln in der Ausführung“ (ein Bahnsprecher, der nicht konkreter werden wollte) kam es jedoch zu Verzögerungen. „Laut derzeitigem Stand ist ein Bauende voraussichtlich für Juli 2014 vorgesehen“, hieß es gestern auf Anfrage.

In den vergangenen 18 Monaten hat sich die ursprünglich gewölbte, in die Jahre gekommene Bahnüberführung zwischen Bismarck- und Feldstraße in ein Rahmenbauwerk mit senkrechten Wänden verwandelt. Das Gleisbett ist von vier auf drei Gleise für Regional- und Fernverkehr reduziert worden, die neue Überführung ist nur noch etwa halb so breit wie die alte. Ein Großteil der Bauarbeiten ist bereits geschafft, noch stehen jedoch einige Arbeiten aus. Wenn alles nach Plan läuft, sollen in den kommenden Wochen und Monaten zeitgleich die Stützwände erneuert und die Wilhelmstraße wieder hergerichtet werden.

„Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Offenbacher Ordnungsamt“, erklärt man bei der Bahn, die die Unannehmlichkeiten für vertretbar hält: „Weil die Umleitung über die Tempelseestraße für die meisten aber nur einen kleinen Umweg bedeutet, zieht die Baustelle verhältnismäßig wenig Probleme für den Verkehr und die Anwohner nach sich.“ Die Arbeiten an der Brücke seien zudem abhängig vom Bahnbetrieb: „Wir können nur in Betriebsruhepausen bauen, weil wir an der Wilhelmstraße mehr oder weniger unter dem rollenden Rad arbeiten.“

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Weitere Bahn-Baustellen sind in Offenbach vorerst nicht zu erwarten. „Im restlichen Stadtgebiet gibt es derzeit nichts, das dringlich gemacht werden müsste“, versichert die Deutsche Bahn. Die Struktur der Brücken werde regelmäßig überprüft, im Moment sei sonst alles in Ordnung. Ende vergangenen Jahres hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube mitgeteilt, dass deutschlandweit etwa 1400 Bahnbrücken dringend sanierungsbedürftig seien.

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