Platz für 200 Kinder

Neubau der Grundschule der IGS Lindenfeld: Starttermin steht fest

Blick von der Friedensstraße: In der neuen Grundschule sollen künftig 200 Kinder unterrichtet werden.
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Blick von der Friedensstraße: In der neuen Grundschule sollen künftig 200 Kinder unterrichtet werden.

In Offenbach werden dringend mehr Schulplätze benötigt. Der Neubau einer Grundschule schafft etwas Abhilfe – das reicht aber noch lange nicht.

Offenbach – Die Stadt wächst und wächst. Seit Jahren. Dass Offenbach als Wohnort immer attraktiver wird, stellt die Verantwortlichen im Rathaus aber auch vor Herausforderungen. Etwa in Sachen Schulbedarfsplanung. Während im Jahr 2010 1242 Erstklässler eingeschult wurden, waren es zum vergangenen Schuljahr 1340.

Für 2022/23 gehe man derzeit bereits von 1494 Kindern aus, berichtet Thomas Löhr, Leiter des städtischen Schulamts. „In vier Jahren sind es 1600. Und das sind nur die Kinder, die bereits in Offenbach leben.“

Offenbach: Planungen für mehrere Schulen laufen

An gleich mehreren Standorten bemüht sich die Stadt darum seit geraumer Zeit um mehr Kapazitäten für all die Schülerinnen und Schüler, die auch künftig unterrichtet werden wollen. Für ein entscheidendes Projekt hat der Magistrat nun grünes Licht gegeben: den Neubau einer zweizügigen Grundschule für insgesamt rund 200 Kinder auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lindenfeld, ehemals Bachschule. „Wir schaffen in der südlichen Innenstadt moderne und barrierefreie Unterrichtsplätze, die hier dringend gebraucht werden“, sagt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß.

In zwei Bauabschnitten soll von 2022 bis voraussichtlich 2026 ein dem bestehenden Schulgebäude vorgelagerter Bau in Stahlbetonbauweise entstehen. Die ersten Vorarbeiten starten bereits im Januar, der Baubeginn ist dann für August geplant. Im Hauptgebäude werden derzeit bereits vier Grundschulklassen unterrichtet. Damit auch die kommenden Jahrgänge dort Platz finden, müssen die Schülerinnen und Schüler aus der IGS vorübergehend in einen temporären Containerbau auf dem Gelände der Turnhalle ausweichen.

Offenbach: Aussicht auf Förderungen vom Bund beim Schulbau

Die Stadt investiert in den Schulstandort insgesamt 29,1 Millionen Euro. Noch Anfang dieses Jahres war von gut fünf Millionen weniger die Rede. Mittlerweile sei man jedoch in den Planungen weiter fortgeschritten, zusätzliche Kostenfaktoren seien aufgetaucht, erläutert Xenia Kooiker, Fachreferentin Hochbau im Amt für Stadtplanung, Bau- und Verkehrsmanagement. Im aktuell veranschlagten Budget sind nun nicht nur der Neubau, sondern auch die Neugestaltung des Schulhofs, die Erneuerung der Grundleitungen, Abrissarbeiten und auch Kostenreserven für Unvorhergesehenes sowie Preissteigerungen eingeplant.

Dadurch, dass bei dem Neubau insbesondere auf Energieeffizienz und eine reduzierte Gebäudetechnik geachtet wird, habe man aber Aussicht eine Förderung des Bundes für effiziente Gebäude, erläutert Kooiker. „Das ist mit bis zu 1,6 Millionen zu rechnen“, sagt die Fachreferentin. Hinzu kommt bestenfalls zusätzlich 500 000 Euro für coronagerechte Lüftungsanlagen.

Schulen in Offenbach: Pläne für Neubau veröffentlicht

Mit dem Ergebnis aus der Feder des Darmstädter Architekturbüros Loewer + Partner zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden. Xenia Kooiker stellt die Pläne vor: Der Neubau wird das historische Hauptgebäude der früheren Bachschule von der Friedensstraße her U-förmig einrahmen und mit einer Glasfassade das neue Gesicht der Schule bilden. Im ersten Abschnitt des Grundschulbaus wird ein altes Hausmeisterhaus abgerissen und anschließend mit dem Bau des Westflügels sowie mit dem nördlichen Frontgebäude an der Friedensstraße begonnen.

In der zweiten Bauphase wird das Gebäude der Kita Friedensstraße abgerissen und die Grundschule mit dem Bau des Ostflügels fertiggestellt. „Durch die Gliederung in Bauabschnitte, kann der zwischenzeitlich fertiggestellte Gebäudeteil bereits bezogen werden, während andere Arbeiten noch laufen“, hebt Schuldezernent Weiß hervor.

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Während das Erdgeschoss des neuen Gebäudes von Grund- und weiterführender Schule gemeinsam genutzt wird – dort kommen etwa Mensa, Freizeit- und Sanitärräume unter –, sind beide Obergeschosse ausschließlich den Jüngeren vorbehalten. Auf den Fluren gibt es helle Sitznischen, die wiederum in der Fassade kleine Erker bilden und die Eingänge zu den Gemeinschaftsbereichen im Erdgeschoss überdachen. Ein zentraler, voll verglaster Treppenhausvorraum bietet sich als Aufenthaltsraum für Regenpausen an. Die Dachflächen des Neubaus werden begrünt.

Problem der wenigen Schulplätze in Offenbach noch nicht gelöst

Die Außenanlagen gliedern sich im südlichen Teil des Grundstücks in zwei durch das Hauptgebäude getrennte Schulhöfe, die an dessen Stirnseite miteinander verbunden sind. Sie werden neu und klimafreundlich angelegt sowie mit Spielgeräten und Rückzugsmöglichkeiten ausgestattet. „Die Schülervertretung hat diese Planung begleitet“, sagt Fachreferentin Kooiker. Mit dem Neubau an der Friedensstraße und der bereits fortgeschrittenen Erweiterung der Mathildenschule ist man laut Dezernent Weiß dann in der Innenstadt gut aufgestellt. Und auch Schulamtsleiter Löhr bestätigt: „Mit der neuen Grundschule können wir den größten Druck rausnehmen.“

Klar ist den Verantwortlichen aber bereits jetzt, dass auf lange Sicht weitere Kapazitäten hermüssen – und vor allem kreative Ideen, wie die zu schaffen sind. (Lena Jochum)

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