Offenbacher Neubaugebiete

Viele erfreuliche Baustellen

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Offenbacher Aus- und Einsichten: Die Stadtparlamentarier durften die Wohnungen im Luisenhof mitsamt der Dachterrassen ausgiebig begutachten.

Offenbach - Offenbacher Neubaugebiete standen im Mittelpunkt der Gemarkungsrundfahrt der Stadtverordnetenversammlung. 45 Parlamentarier besuchten den Luisenhof, den Hafen und An den Eichen und erfuhren dabei Wissenswertes aus erster Hand. Von Veronika Schade

Vom Parkplatz zur schicken Wohnadresse, von der Industriebrache zum hippen Viertel am Wasser, vom sozialen Brennpunkt zum idyllischen Wohngebiet für Familien – so geschieht es im Luisenhof, am Hafen und An den Eichen. Ganz im Zeichen des Aufschwungs, wie sich Offenbach gern darstellt, stand die Gemarkungsrundfahrt der Stadtverordnetenversammlung am Samstag.

45 von insgesamt 71 Parlamentsmitgliedern sind dabei, um sich einen Eindruck zu verschaffen von dem, was aus ihren teils langwierigen Entscheidungen geworden ist. Nur von den Piraten und den Republikaner findet an diesem Tag niemand Zeit. Ehrenamtliche Magistratsmitglieder und das vollständige Präsidium lassen sich hingegen die Chance nicht entgehen, in lockerer Runde außerhalb des Rathauses zusammenzukommen, sich im von der Stadtwerke-Tochter OPG zur Verfügung gestellten Bus fahren zu lassen und anschließend einen leckeren Happen zu sich zu nehmen.

Erste Station ist der Luisenhof, wo zwischen Ludwig-, Luisen-, Bahnhof- und Frankfurter Straße 104 hochwertige Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen. „Es brauchte große Phantasie, sich das an diesem Standort vorzustellen“, gibt Geschäftsführer Holger Koppe von der Frankfurter WEP-Projektentwicklungsgesellschaft zu.

„Wir sind zufrieden“

OPG-Chefin Daniela Matha führte durch das neue Wohnviertel An den Eichen.

Wenig ansehnlich war der einstige Parkplatz, auch die umliegende Bebauung kann nur bedingt ästhetische Ansprüche erfüllen. Dennoch: „Heute sind wir sehr zufrieden“, sagt Koppe. 65 Prozent der Wohnungen sind verkauft. 20 Käufer kommen aus Frankfurt, zwölf aus Offenbach, fünf aus dem näheren und zehn aus dem weiteren Umfeld. Einzelne haben bis zu drei Wohnungen gekauft, ist doch der Quadratmeterpreis von 2700 Euro durchaus erschwinglich. „In Frankfurt zahlt man für vergleichbare Wohnungen 4000 Euro, auch am Hafen ist es wesentlich teurer“, so der Bauträger. Er vermutet, dass am Ende etwa die Hälfte der Wohnungen als Mietwohnungen genutzt werden, 27 sind von vornherein so projektiert. Noch diesen Winter soll der Luisenhof bezugsfertig sein.

Trotz der positiven Verkaufszahlen hat Koppe einen Wunsch an die Stadtverordneten: „Viele haben an ihrem jetzigen Wohnort gerade so einen Kita-Platz bekommen, in Offenbach müssten sie sich wieder ganz hinten anstellen. Das schreckt sie ab. Lässt sich da eine Lösung finden?“ Er erinnert auch daran, dass der zweite Baubaschnitt erst beginnen kann, wenn die Polizei ihr Grundstück freigeräumt hat. Das tut sie aber erst, wenn der Bau des neuen Polizeipräsidiums beginnt. Das Land will eine Entscheidung bis Jahresende treffen.

Es geht Schlag auf Schlag

Die „ABG-Hafeninsel“ ist nach wie vor das auffälligste Gebäude im Hafenquartier.

Am Hafen dagegen geht es jetzt Schlag auf Schlag. „Der Plan verändert sich wöchentlich, fast schon täglich“, sagt Daniela Matha, Chefin der OPG und Mainviertel GmbH. Besonders freut sie sich, dass endlich der Bau des Quartierszentrums beginnt. Ebenfalls in diesem Jahr starten die Bauarbeiten an den Gebäuden „Luv & Lee“ sowie „Hafeninsel Mitte“. Für die beiden Brücken – eine für Fußgänger, eine für Autos, haben die vorbereitenden Arbeiten begonnen. „Im August ist Richtfest“, berichtet sie. Von den Wohnungen im „Hafengold“, das derzeit gebaut wird, ist die Hälfte verkauft. Zu Beginn des Hafenprojekts hätten die Kostenschätzungen für die Stadt bei 100 Millionen Euro gelegen. „Wie es aussieht, wird es im Ergebnis auf Null hinauslaufen“, ist Matha zufrieden. „Der Wert, den Offenbach durch die Hafenentwicklung gewonnen hat, ist enorm. Hier zeigt die Stadt, was sie leisten kann.“

Schleppend allerdings ging es anfangs am dritten Ziel der Rundfahrt voran, im Wohngebiet An den Eichen. „Wir mussten das Gebiet aus seiner Geschichte lösen, haben daher auch hochpreisiges Segment angesiedelt“, sagt Matha über die Flächen des einstigen sozialen Brennpunkts Lohwald. Positiv auf die Verkaufzahlen habe sich die Gestaltung der Grünanlagen und Spielplätze ausgewirkt. Der erste Bauabschnitt ist bis auf wenige Grundstücke komplett verkauft. „Die Vermarktung des zweiten Bauabschnitts muss jetzt zügig vorangehen, damit der Hype weitergeht und wir das Gebiet nicht erneut auf dem Markt platzieren müssen“, appelliert sie an die Parlamentarier, den Nordteil-Plänen schnell zuzustimmen.

Fest zur Eröffnung der Hafentreppe

Fest zur Eröffnung der Hafentreppe

Ob es einen Laden im Gebäude des Quartiersmanagements geben wird, hängt vom Betreiber ab. Eine Kita ist, zum Missfallen einiger Stadtverordneter, bisher nicht vorgesehen. Dennoch überwiegen positive Gefühle angesichts der Häuschen im Grünen. „Richtig schön hier“, schwärmt Stadtverordnetenvorsteherin Sieglinde Nöller.

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