Neubauten in Offenbach

Das Land lässt sich Zeit

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Noch keine Baustellen sind die für die Neubauten von HfG und Polizeipräsidium vorgesehenen Flächen in Offenbach.

Offenbach - Freie Flächen sind ein rares Gut in Offenbach. Um so mehr muss es schmerzen, wenn Areale mit Filetstück-Potenzial ihrer Bestimmung harren und die Stadt in die Rolle des mehr oder minder machtlosen Zuschauers gedrängt ist. Von Matthias Dahmer 

Die Rede ist zum einen vom Hafen, wo eine der mittlerweile hervorragend nachgefragten Parzellen nach wie vor für einen Neubau der landeseigenen Hochschule für Gestaltung (HfG) reserviert ist. Zum anderen geht’s um den von der Stadt längst freigeräumten Buchhügel, wo das Land seit einem Jahrzehnt ein neues Polizeipräsidium plant. Was das HfG-Projekt angeht, waren die Ankündigungen von Daniela Matha wohl doch etwas zu vollmundig: Die Geschäftsführerin der für die Hafenentwicklung zuständigen städtischen Unternehmen Mainviertel Offenbach und Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) hatte Ende des vergangenen Jahres mehrfach verlauten lassen, man habe einen HfG-Neubau als Leuchtturmprojekt für den Hafen mittlerweile nicht mehr unbedingt nötig, es gebe genügend Interessenten für das Grundstück. Zuletzt hatte Matha sogar so etwas wie eine Frist gesetzt, wonach sich das Land bis Ende März erklären müsse.

Der Termin ist verstrichen, ohne dass vom Land Signale zu dem auf bis zu 100 Millionen Euro taxierten Bauvorhaben kamen. Und bei der OPG rudert man zurück: „Wir stellen kein Ultimatum“, sagt OPG-Sprecherin Christine Wüst. Das Datum 31. März sei dahingehend zu verstehen, dass man zu diesem Zeitpunkt in Wiesbaden noch mal auf das Projekt aufmerksam machen wollte. Derzeit gebe es im Übrigen keinen neuen Sachstand zu dem Bauvorhaben.

Ärgerlicher als das Schweigen des Landes zum HfG-Neubau dürfte die Hängepartie am Buchhügel sein, wo sich bislang nur die Stadt als Musterschüler erwiesen hat: Seit mehr als einem Jahr ist das 3,8 Hektar große Gelände am Spessartring freigeräumt. Die Kosten von mehr als vier Millionen Euro, die über den Kaufpreis wieder hereinkommen sollen, belasten die Bilanz der Stadtwerke-Tochter OPG. Die dem Land eingeräumte Kaufoption wurde mehrfach verlängert. Nach derzeitigem Stand fließt frühestens 2015 Geld. Dann sei mit dem Zuschlag an einen der Bieter zu rechnen, sagt Renate Gunzenhauser, Sprecherin des Hessischen Immobilienmanagement.

Fest zur Eröffnung der Hafentreppe

Fest zur Eröffnung der Hafentreppe

Die Landesbehörde ist zuständig für das Neubauprojekt, das im Wege Öffentlich-Privater Partnerschaft vergeben werden soll. Derzeit, so Gunzenhauser, befinde man sich im Vergabeverfahren. Die bislang eingegangen Angebote würden ausgewertet, bevor man in einer zweiten Runde mit den verbleibenden Bietern in konkrete Verhandlungen trete. Rechnet man zur Erteilung des Zuschlags im nächsten Jahr die kommunizierten 30 Monate für Planung und Ausführung hinzu, so wird es vor 2018 wohl kaum etwas mit dem Umzug von etwa 700 Ordnungshütern aus dem Westend auf den Buchhügel.

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