Behandlung schwerer Kopfverletzungen

Neue Abteilung an Sana-Klinik

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Prof. Constantin Landes leitet die neue Abteilung am Offenbacher Klinikum.

Offenbach - Zur Behandlung von schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen hat das Offenbacher Sana-Klinikum eine neue Spezialabteilung eingerichtet. Von Harald H. Richter

Dort werden etablierte Behandlungsmethoden und modernste Verfahren eingesetzt, um beispielsweise nach schweren Verkehrs- und Arbeitsunfällen Funktionalität und Ästhetik wiederherzustellen oder Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich zu versorgen. „Menschen mit schweren Gesichts- oder Schädelverletzungen können wir nicht nur als Notfälle erstversorgen, sondern auch plastisch-rekonstruktiv nachbehandeln“, unterstreicht Geschäftsführer Sascha John den hohen Stellenwert der neuen Hauptfachabteilung, die von Prof. Constantin Landes geleitet wird, dem ein Oberarzt sowie zwei nichtärztliche Mitarbeiter zur Seite stehen. Zurzeit werden fünf Betten bereitgehalten. „Diese Zahl lässt sich bei steigendem Bedarf natürlich jederzeit aufstocken“, versichert John.

80 Patienten wurden seit dem Start Mitte April bereits stationär behandelt. Dem Geschäftsführer ist es wichtig zu betonen, dass mit der neuen Klinik die wachsenden Anforderungen für die Zertifizierung des Traumazentrums erfüllt werden. „Denn wir betreiben eine der größten Notaufnahmen in Hessen und sind anerkannt überregionales Traumazentrum für Südhessen.“

Als vorteilhaft erweist sich die enge Kooperation mit der Unfallchirurgie, der orthopädischen Chirurgie, der Neurochirurgie, der Kinderklinik sowie der Klinik für Interdisziplinäre Notfallmedizin. Unter einem Dach wird so eine geschlossene Behandlungskette gebildet, bekräftigt Professor Norbert Rilinger, Ärztlicher Direktor des Sana-Klinikums. In Fällen von Fehlbildungen des Kopf- und Halsbereiches sowie bei Lippen- und Kiefer-Gaumenspalten ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit Alltag geworden. Zur Knochenstabilisierung werden modernste Verfahren angewendet. „Im Gegensatz zu früher benutzten Platten und Schrauben aus Titan, die nach gewisser Zeit operativ entfernt werden mussten, greifen wir nun zu Implantaten, die im Heilungsprozess in körpereigenes Gewebe umgewandelt werden“, erläutert Spezialist Landes.

Die Klinik bietet Patienten, bei denen ein Tumor im Kiefer-Gesichtsbereich diagnostiziert wird, nach der Gewebeentfernung eine funktionelle Rekonstruktion unter Berücksichtigung ästhetischer Aspekte. Ferner können Kiefergelenkerkrankungen sehr schonend für die Gesichtsnerven behandelt werden – mit der Folge, dass die Beweglichkeit merklich besser wird und die Schmerzen abflauen. „Seltener sind Fälle, wo ein Kiefergelenk komplett ersetzt werden muss. Doch auch das können wir in unserer Fachklinik leisten“, versichert Landes, der sowohl Medizin als auch Zahnmedizin studierte und unter anderem die europäische Facharztprüfung in Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ablegte. In Offenbach führte er die private Mund, Kiefer und Gesichtschirurgie-Fachklinik am Büsingpark und machte bereits international auf sich aufmerksam.

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