Parkplätze für Pendler fallen weg

Offenbach: Anwohnerparkzonen kommen - Ausweis ist erschwinglich

Wie hier in der Mittelseestraße werden auch künftig südlich der Bahnlinie weite Teile zu Anwohnerparkbereichen erklärt.
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Wie hier in der Mittelseestraße werden auch künftig südlich der Bahnlinie weite Teile zu Anwohnerparkbereichen erklärt.

Fast jeder dürfte die Suche nach einem Parkplatz kennen. In Offenbach hat sich die das Problem verschärft, da die Stadt um 20 000 Einwohner gewachsen ist.

Offenbach - Gerade für Anwohner ist es immer ein großes Ärgernis, wenn nahe des Hauses die Straßen mit ortsfremden Fahrzeugen zugeparkt sind. Denn auch der Bestand an Kraftfahrzeugen ist in Offenbach von 51 000 Autos 2007 auf 57 000 im Jahr 2017 gestiegen. Die Stadt will nun mit einer Erweiterung und Neuausweisung von Bewohnerparkbezirken gegensteuern: In der kommenden Stadtverordnetenversammlung am 11. Februar soll der Grundsatzbeschluss dafür fallen; ab dem Sommer beginnt dann die Ausweisung der Bezirke.

Und für die hat die Stadtplanung eher den breiten Pinsel statt des dünnen Silberstiftes zur Hand genommen: Praktisch alle Gebiete nördlich der Bahnlinie zählen dann zum Anwohnerparken. Waren bisher knapp 6 100 Parkplätze in den Bewohnerbezirken, kommen durch die Neuausweisung rund 2 500 weitere hinzu, die Erweiterungsflächen umfassen 110 Hektar. So werden etwa im Westend großflächig Anwohneregelungen gelten, aber auch im Senefelder-Quartier oder im Osten im Bereich Obere Grenzstraße und Lichtenplattenweg.

Offenbach: Bewohnerparkbezirke kommt bald

Wenn im Sommer die neuen Bezirke eingerichtet werden, will die Stadt die dortigen Bürger über die Änderungen zeitnah informieren. Dem Erweiterungsvorschlag seien langjährige, umfassende Untersuchungen vorausgegangen, sagt Horst-Ingo Kupfer, Referatsleiter der Verkehrsplanung. Seit 2017 wurden weite Teile der nördlichen und südlichen Kernstadt sowie Bereiche in Bürgel und Bieber untersucht: Zu verschiedenen Uhrzeiten notierten Mitarbeiter die Kennzeichen der geparkten Wagen und erstellten so umfangreiche Listen, wann in welchen Straßen eher Anwohner oder Besucher und Pendler ihre Autos abstellen. Am Beispiel der Tulpenhofstraße zeigt sich etwa, dass zwischen 9 und 16 Uhr fast ein Drittel der abgestellten Fahrzeuge Menschen gehören, die dort während ihrer Arbeitszeit parken.

Die geplanten Bewohnerparkbezirke

In folgenden Bereichen soll nach dem Beschluss im Sommer dieses Jahres Anwohnerparken gelten:

Zentrum und Westend: Umgrenzt von Frankfurter Straße, Kaiserstraße, Bismarckstraße und Dreieichring.

Musikerviertel und Buchrain: Umgrenzt von Taunusring, Odenwaldring, Buchrainweg und Senefelderstraße.

Senefelder-Quartier: Umgrenzt von Marienstraße, Waldstraße, Friedrichsring und Senefelderstraße.

Mathildenviertel: Umgrenzt von Mainstraße, Friedhofstraße, Bieberer Straße, Mathildenplatz und Arthur-Zitscher-Straße.

Lindenfeld: Umgrenzt von Lämmerspieler Weg, Untere Grenzstraße und Bieberer Straße.

Buchhügel: Umgrenzt von Obere Grenzstraße, Lichtenplattenweg und Rhönstraße.

Anwohner können dann jährlich für 30 Euro eine Bewohnerparkberechtigung im Bürgerbüro beantragen.

Für diese dürfte die Ausweitung des Bewohnerparkens zum Problem werden, denn künftig sind in 70 Prozent der Bereiche zwischen 7 und 20 Uhr nur noch maximal zwei Stunden Parken gestattet. „Der Platz ist begrenzt, und die Pendler sind nicht unsere Zielgruppe“, sagt Kupfer. Wie sich die neue Regelung auf die Attraktivität Offenbachs als Arbeitsstandort auswirken wird, bleibt abzuwarten – sicher ist, dass in Offenbach weitere Arbeitsplätze entstehen müssen. Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß sagt, dass man mit der Erweiterung der Bewohnerparkbezirke einerseits auf Beschwerden reagiere, andererseits aber auch verkehrsplanerisch aktiv werde, um die Schadstoffbelastung zu senken. „Nur so lassen sich Fahrverbote vermeiden.“

Parkausweis für Anwohner kostet in Offenbach 30 Euro im Jahr

Ein Parkausweis für Anwohner kostet 30 Euro im Jahr, ein „moderater Preis“, wie Weiß im Vergleich mit anderen Städten findet. Allerdings: Im benachbarten Frankfurt zahlen Anwohner 50 Euro für zwei Jahre, in Wiesbaden sogar nur 23,50 Euro für zwei Jahre. In Hanau kostet der Ausweis wie in Offenbach 30 Euro im Jahr, nur Darmstadt greift seinen Bürgern mit 120 Euro fürs Jahr besonders tief in die Tasche. (Frank Sommer)

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