Neue Linie 108

Neubürger zu Bus und Bahn

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Für 2012 nicht relevant, für 2013 statistisch unerheblich, in Zukunft hoffentlich gut gefüllt: Seit 15. Dezember verbindet die neue Buslinie 108 das Entwicklungsgebiet am Hafen mit der Innenstadt und der S-Bahn-Station Kaiserlei.

Offenbach - Mobilität. Das steht steht laut Duden für Beweglichkeit – räumliche und soziale. Auf die erstgenannte richtet die Stadtfirma NiO, die den Nahverkehr in Offenbach organisiert, kontinuierlich ihren Blick. Von Martin Kuhn 

Von der EU ist sie zu einer jährlichen Bestandsaufnahme verpflichtet. Dieser Mobilitätsbericht stellt für 2012 laut NiO-Geschäftsführerin Anja Georgi mehr als eine bloße Datensammlung dar: „Er bietet einen Überblick über unser vielfältiges Angebot. “ Und das beschränkt sich nicht allein auf die OVB-Busflotte, sondern umfasst alle „öffentlich zugänglichen Mobilitätsformen“. Dennoch ist der Bus ein Schwerpunkt, was nicht gerade verwundert. Bürgermeister und Umweltdezernent Peter Schneider, selbst eifriger Nutzer der Linie 101, formuliert, was ihn stört und irritiert: „Viele Wege unter fünf Kilometer werden mit dem eigenen Pkw zurückgelegt.“ Nach Meinung des Grünen-Politikers muss das eigentlich nicht sein, etliche Ziele seien bequem mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zu erreichen.

Und warum machen das nicht alle? Schneider: „Das liegt wohl an Bequemlichkeit und Gewohnheit. Viele haben den Umstieg vom Auto nicht geschafft.“ Daher ist es für ihn erklärtes Ziel, Neubürger sofort in Bus oder S-Bahn zu bringen. Also werden neue Wohngebiete wie Waldheim-Süd oder Hafen früh ans Liniennetz angebunden. Konsequenterweise geschah das im Hafengebiet zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember mit der neuen Linie 108. Diese soll zu gegebener Zeit über den Mainzer Ring weitergeführt werden, um das Baugebiet Bürgel-Ost zu erschließen. Und dabei, so Schneider wohl mit Blick aufs kommunale Spardiktat, „müssen wir die Qualität im Auge haben“. Die beginnt für ihn bei Pünktlichkeit sowie Sauberkeit und endet nicht zuletzt beim Fahrstil. Ziele, die jeden Fahrgast freuen.

Beim Blick zurück auf 2012 bleibt festzuhalten: Das Bus- und Bahnangebot ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben. Liniennetz: 220 Kilometer. Fahrplankilometer: 3,46 Millionen. Haltestellen: 270. Verkaufsstellen: 16. Die Fahrgastzahlen sind allerdings leicht rückläufig, von 10,8 auf 10,1 Millionen. Erfreulich für die Verkehrsbetriebe: Die Zahl der Jahreskartenabonnenten ist um fünf Prozent auf 1750 gestiegen. Das Angebot an „ergänzenden öffentlichen Verkehrsmitteln“ ist in der Kreativstadt stabil geblieben. Der Bericht listet 50 Leihfahrräder, drei Carsharing-Anbieter und die E-Mobil-Station mit 15 E-Bikes und zwei E-Cars auf. Die Zahl der Nutzer der E-Mobil-Station (in neuer Betreiberschaft) hat sich laut Bericht 2012 verdoppelt von 100 auf 200. Das freut zumindest die Experten, zumal sie für 2013 eine weitere Verdopplung verzeichnen – auf aktuell 400 Nutzer.

Daher ist die Fortführung der Arbeit der Regionalen Projektleitstelle Elektromobilität (Förderzusage bis 2016) eine vorrangige Aufgabe. Da darf der Blick in die Zukunft nicht fehlen. „Im Wesentlichen werden wir bis zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2014 den Umfang des Angebots an Bussen und Bahnen in der Stadt halten können“, bekundet der Bürgermeister. Danach werden im Vergleich zum Wünschenswerten Abstriche zu machen sein, „die wir verträglich gestalten werden“.

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