Neue Details im Entführungsfall Würth

Handwerker aus Offenbach ein Glücksspieler mit Geldsorgen

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Die Pressekonferenz zur Festnahme im Entführungsfall Würth fand in Fulda statt.

Fulda/Offenbach - Der mutmaßliche Entführer von Milliardärs-Sohn Markus Würth hatte nach Angaben der Ermittler Geldsorgen. Der Tatverdächtige, der am Mittwoch festgenommen worden war, habe "finanzielle Nöte" und sei gern dem Glücksspiel nachgegangen, sagte der Leiter der Sonderkommission "Hof", Daniel Muth, in einem Interview mit der "Fuldaer Zeitung" (Samstag).

Der 44-Jährige ist Leiter der Kriminaldirektion Osthessen. "Vielleicht hat er aus Geldnot die Einfachheit der Entführung eines behinderten Menschen gesehen und es gab eine sehr günstige Situation, sich des Markus Würth zu bemächtigen." Über die Tatplanung wisse man aber noch nicht genug. Der mutmaßliche Täter mache zur Entführung keine Angaben.

Der 48-jährige Serbe soll im Juni 2015 den behinderten Sohn des baden-württembergischen Milliardärs und Unternehmers Reinhold Würth in Schlitz (Vogelsbergkreis) entführt haben. Nach einer gescheiterten Lösegeldübergabe - drei Millionen Euro wurden gefordert - wurde das Opfer tags darauf in einem Wald bei Würzburg unversehrt an einen Baum gekettet aufgefunden.

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Kriminaloberrat Muth beschrieb den mutmaßlichen Kidnapper - ein Gelegenheitshandwerker - als einen außergewöhnlichen Tatverdächtigen: "Der Mann ist sehr kommunikativ, so etwas habe ich selten erlebt. Er ist Familienvater und kann gut mit Menschen umgehen, wirkt warmherzig. Wir gehen davon aus, dass Markus Würth damals gerade wegen dieser vertrauenswürdigen Art mit ihm gegangen sein könnte." Für den Tattag - den 17. Juni 2015 - habe er Alibis genannt, "die aber allesamt widerlegt werden konnten".

Mutmaßlicher Entführer in Offenbach festgenommen: Fotos

Ob der mutmaßliche Entführer Komplizen oder Mitwisser habe, sei unbekannt, sagte Muth. Die Frau des Serben werde als Zeugin geführt. Auch sie habe sich in Vernehmungen nicht zur Tat geäußert.

Der mutmaßliche Täter hatte den Ermittlern zufolge im vergangenen Jahr einen neuen Anlauf gestartet, die Milliardärsfamilie zu erpressen. Er verlangte in verschlüsselten E-Mails 70 Millionen Euro in Kryptowährung und drohte, Markus Würth erneut oder einen anderen Familienangehörigen zu verschleppen. Doch aufgrund der Gesetzeslage habe man nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen können, um dem Entführer über den Mail-Kontakt auf die Schliche zu kommen. "Technisch ist viel mehr möglich. Es war an der Frustrationsgrenze, dass wir vier Monate mit dem Täter kommunizieren, aber ihn nicht lokalisieren oder identifizieren konnten. Aber an das Gesetz müssen wir uns nun mal halten." (dpa)

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