Bürger haben abgestimmt

Neue Feste für Offenbachs Innenstadt

Unter dem Motto Winterzauber soll eine Eisbahn in der Innenstadt eingerichtet werden. Bisher konnte am Ringcenter oder im Kickers-Stadion dem Schlittschuhlauf im Winter gefrönt werden.
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Unter dem Motto Winterzauber soll eine Eisbahn in der Innenstadt eingerichtet werden. Bisher konnte am Ringcenter oder im Kickers-Stadion dem Schlittschuhlauf im Winter gefrönt werden.

Nicht nur die Menschen, auch die Innenstädte leiden unter der Corona-Pandemie. Aber schon zuvor war der Niedergang der einstigen Mittelpunkte des städtischen Lebens unübersehbar. Offenbach macht da keine Ausnahme. Die Stadt versucht gegenzusteuern und setzt dabei auf das gemeinsam mit Bürgern erarbeitete Zukunftskonzept Innenstadt: Laut diesem brauche es mehrere Anreize, die Innenstadt aufzusuchen.

Offenbach - „Einkaufen allein genügt heutzutage nicht mehr“, sagt Oberbürgermeister Felix Schwenke. Ein zusätzlicher Anreiz können Veranstaltungen sein, im Januar hat Schwenke zehn verschiedene Vorschläge für neue Feste in der Innenstadt gemacht. Online oder per Postkarte aus unserer Zeitung konnten die Bürger über die Vorschläge abstimmen. Mit Speiseeisfestival, Streetsoccer-Turnier, Lasershow oder Mittelaltermarkt war das Angebot breit gefächert. „Wir haben online sowie per Postkarte knapp 4000 Teilnehmer gezählt“, sagt Stadtmarketing-Geschäftsführerin Regina Preis.

Die meisten Stimmen erhielten der „Beach Club“ und die Eisbahn auf dem Aliceplatz, ganz hinten in der Teilnehmergunst rangieren Streetsoccer- und Dart-Turnier. Gemeinsam mit der Stadiongesellschaft Bieberer Berg will das Stadtmarketing nun die beiden Favoriten umsetzen, knapp 150 000 Euro stehen ihnen dank Stadtverordnetenbeschluss dafür zur Verfügung. Das Ziel ist ehrgeizig gesteckt: Sofern es die Pandemie-Lage zulässt, soll bereits in diesem Juli für vier Wochen ein Beach-Club auf dem Stadthof öffnen.

Dass das Ziel angesichts der steigenden Inzidenzen hochgesteckt ist, ist allen Beteiligten bewusst. Schließlich musste die Stadt jüngst beschließen, dass die für Ende Mai geplante Offenbacher Woche auch in diesem Jahr ausfallen muss. „Es wäre aber verantwortungslos, jetzt nicht für die Zeit mit Corona zu planen, in der doch wieder öffentliches Leben möglich ist“, sagt Schwenke. Und ein Geld für die Innenstadt in die Hand zu nehmen, sei ebenfalls verantwortungslos.

Im Juli könnte, sofern die Impfungen fortgeführt werden und die Pandemie-Lage es zulässt, im überschaubaren Maße an Veranstaltungen zu denken sein. Der Beach-Club mit knapp 400 Quadratmetern Fläche könnte also realisierbar sein. Morgens Yoga, abends treten Offenbacher Künstler auf, so sieht Constanze Wagner von der Stadiongesellschaft das Fest. Offenbacher Wirte könnten nach einem Hygienekonzept Speisen und Getränke dazu anbieten.

Ähnlich überschaubar, aber wegen des Zeitraums deutlich realistischer, ist das zweite Fest mit der Eisbahn. „Ob die zum Weihnachtsmarkt oder danach öffnet, muss noch entschieden werden“, betont Schwenke. Vor dem Ringcenter oder im Stadion erfreute sich in der Vergangenheit das Schlittschuh-Erlebnis bisher großen Zuspruchs, wäre demnach ein Publikumsmagnet für die Innenstadt. Und da im Dezember oder Januar auch die Impfquote vorteilhaft sein sollte, dürfte dann schon an ein Fest unter fast normalen Umständen gedacht werden – bei der Stadt plant man dennoch mit einem Hygienekonzept mit mietbaren Eislaufzeiten.

Die übrigen Festvorschläge sind indes nicht verloren, in Zukunft werde man weitere Feste installieren wollen und sicher auf die eine oder andere Idee zurückgreifen, sagt Schwenke.

Zunächst aber gehe es darum, corona-konform die Innenstadt zu beleben und Handel wie Gastronomie zu unterstützen. Dazu gehört weiter die Umsetzung des beschlossenen Konjunkturprogrammes: Die Gutschein-Aktion ist noch im Gang, danach soll eine Tombola mit Preisen für rund 800 000 Euro für Kauflaune sorgen.

Wie bereits im vergangenen Jahr gegenüber unserer Zeitung erwähnt, hält Schwenke auch an der Möglichkeit für verkaufsoffene Sonntage zur Belebung der Innenstadt fest, sofern es die Corona-Lage zulässt. „Der Anlassbezug für verkaufsoffene Sonntage muss für dieses Jahr ausgesetzt werden“, fordert der Oberbürgermeister. Auch dies wäre ein Baustein, den Handel zu fördern.

Von Frank Sommer

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