Neue Filiale ist in Planung

Der Löwe bleibt in der Familie, wird nur weitergereicht: Franziska Hoefer ist seit 1. April Inhaberin der Löwen-Apotheke. Doris Hoefer-Stützel, hilft nur noch dort, wo sie von ihrer Tochter gebraucht wird.Foto: Bernd Georg

Offenbach - Der Löwe bleibt in der Familie: Es ist für Doris Hoefer-Stützel wie „ein Geschenk“, dass ihre Tochter den Betrieb an der Frankfurter Straße weiterführt. Seit 1. April ist Franziska Hoefer offiziell Inhaberin der Löwen-Apotheke. Ein 239 Jahre altes Traditionsunternehmen, das in vierter Generation im Familienbesitz ist.

Als wenn diese Zahlen nicht schon beeindruckend genug wären, amüsiert sich Doris Hoefer-Stützel über die Parallelität der Ereignisse: Ihr Vater, Dr. Horst Stützel, hat ihr das Unternehmen im Jahr 1979 übergeben, das er 30 Jahre lang geleitet hat. 1949 hatte er die Apotheke von seinem Vater Friedrich Stützel übernommen, der den Betrieb seit 1919 leitete. In die Fußstapfen von Vater und Großvater ist die Apothekerin nun erneut getreten, als sie die Leitung des Betriebs - ebenfalls nach 30 Jahren - der Tochter übertrug.

1979 habe sie mit neun Mitarbeitern angefangen, erinnert sich die Geschäftsfrau. Heute arbeiten 50 Beschäftigte in der Apotheke. Darunter neun approbierte Apothekerinnen, 16 Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen und vier Fahrer, die Medikamente nach Hause liefern. Der Betrieb sei nicht sprunghaft größer geworden, sondern „organisch gewachsen“, sagt Hoefer-Stützel.

Der Ausstieg der 62-Jährigen war von langer Hand vorbereitet, die Kompetenzen sind klar geregelt: „Meine Mutter hat die Gabe, wirklich abgeben zu können“, lobt die Tochter. Sie erlebt sie als „beste Beraterin, die man sich wünschen kann“. Und Doris Hoefer-Stützel bekennt „Die Arbeit hat mit Spaß gemacht, aber das Geschäft war nicht mein Leben“.

Ihre Tochter probiert sich jetzt als Teilzeit-Chefin: Denn mit Josefine (6) und Jakob (3) will die neue Apotheken-Inhaberin schließlich auch noch Zeit verbringen. Ihr Pharmaziestudium absolvierte Franziska Hoefer in Freiburg, dann folgten Berufsjahre in Berlin, Holland und England. Nach Jahren der Abwesenheit findet die 35-Jährige, dass Offenbach doch viel liebenswerter ist als sein Ruf - auch ihr aus Berlin stammender Lebensgefährte soll sich gut eingelebt haben.

In der Löwen-Apotheke habe sie wie eine Praktikantin angefangen, erzählt sie. Dabei kam es zu Begegnungen mit langjährigen Mitarbeitern, die sie noch als Kind kannten. Als Nachfolgerin der resoluten Mama fühlt sie sich inzwischen akzeptiert, nur wenn sich mal ein Kunde bei der Chefin beschweren will, gibt es noch erstaunte Blicke: „Sie sind ja noch so jung.“

Besonders froh ist Franziska Hoefer über das tolle Betriebsklima. Dafür spricht auch, dass die meisten Angestellten schon lange in der Apotheke zum Löwen beschäftigt sind. „Wir legen Wert auf Herzlichkeit und Humor“, sagt sie. Es solle im Umgang mit der Kundschaft immer ein bisschen mehr rüberkommen, als einfach nur das gewünschte Produkt auszuhändigen. „Das ist vor allem dann schwer, wenn sich die Kunden über die Gesundheitsreform aufregen, für die wir nichts können. Aber ich kann verstehen, wenn die Leute sauer sind, weil sie Zuzahlungen leisten müssen.“

„Mir macht es unheimlich Freude, Ideen umzusetzen“, sagt die Unternehmerin. Derzeit wird die entstehende Filiale im KOMM geplant: Es soll vier Vollzeitstellen geben - das Geschäft wird „klein, aber fein“, verrät sie. Außerdem soll im neuen Laden der Schwerpunkt auf Naturheilkunde liegen.

„Als Offenbacher Unternehmen sehen wir im Einkaufszentrum eine Chance“, sind sich Mutter und Tochter einig. Damit die Dependance auch ein Erkennungszeichen erhält (wie der Löwe Leo für die Löwen-Apotheke), soll für die Raubkatze, die auf vielen selbst gemalten Bildern im Büro der Chefin zu sehen ist, eine Frau gesucht werden: Schließlich sei der Löwe schon 30 Jahre alleine, witzeln die Damen.

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