Offenbach und Frankfurt: Neue Gemeinsamkeiten

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Gemeinsame Sache für die Region: Die Oberbürgermeister Peter Feldmann und Horst Schneider.

Offenbach (mk) - Der Regen nieselt, der Wind zerrt am Zeltpavillon: Kein gemütliches Wetter für ein Richtfest. Dennoch sind gestern die beiden Verwaltungschefs bester Dinge, finden – verständlicherweise – nur lobende Worte für das erste Bauprojekt auf der Hafeninsel.

Der Frankfurter SPD-Oberbürgermeister Peter Feldmann spricht vom „hohen Interesse“ der Bankenmetropole (inzwischen 700.000 Einwohner), beim Thema Wohnungsbau mit der Region zusammenzuarbeiten. „Wir müssen uns unterhaken; und wir Frankfurter müssen von unserem hohen Ross runter.“ Der Tenor auch der folgenden Redner ist entsprechend und enthält vor allem eine Vokabel: gemeinsam. Der Bau sei ein „anfassbares Beispiel“ für eine neue Zusammenarbeit. „Die Zeiten der lästigen Konkurrenz sind vorbei“, verkündet Feldmann und erhält Beifall von seinem Offenbacher Amts- und Parteikollegen.

Horst Schneider nimmt diese Argumentation allzu gern auf und blickt bereits voraus. Auf dem MAN-Gelände an der Christian-Pleß-Straße plant die Frankfurter ABG weitere gut 170 Wohnungen. Daher sagt Schneider: „Ein kleiner Anfang, dem hoffentlich viele folgen – in der gesamten Region.“ Beim aktuellen Projekt sieht er zudem den Main als verbindende Lebenslinie und fügt hinzu: „Im weltweiten Vergleich ist unsere Region lediglich eine kleine...“ Nun sei es Aufgabe, die gemeinsame Botschaft in die Bäuche zu bekommen.

Auch ABG-Geschäftsführer Frank Junker sind solche lokalen Animositäten fremd: „Das Thema Wohnen macht nicht an Stadtgrenzen halt.“ Für ihn stellt die Wasserlage, die es so in der Region nicht mehr gebe, ein herausragendes Argument für das Projekt dar. Er greift vorherige Offenbacher Befürchtungen nochmals auf und betont: „Sozialwohnungen waren hier nie geplant und werden hier nicht realisiert.“ Eine erste Musterwohnung soll nach Junkers Worten im Dezember fertig sein, die drei achtgeschossigen Gebäude folgen im Juni 2013.

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