Neue Nummernschilder

Kennzeichen: Irrfahrt zu neuen Schildern

Seit Juli des vergangenen Jahres können Autofahrer

Offenbach - Porsche 944 S Baujahr 1987, Volvo V 70, Baujahr 1999. „Den Roten“, sagt Peter Zimmermann und deutet auf den Porsche, „fahre ich nur bei Sonnenschein, der andere ist mein Lastesel.“ Von Matthias Dahmer

Zimmermann einen Autonarren zu nennen, wäre wohl übertrieben. Aber ein bisschen automobiles Hobby darf es schon sein. Warum, dachte sich deshalb der 62-Jährige, nicht das Angebot des Gesetzgebers annehmen und für die beiden Wagen ein seit Sommer des vergangenen Jahres mögliches Wechselkennzeichen beantragen? Zwar wird der deutsche Autofahrer dadurch nicht so begünstigt wie etwa der Schweizer, der nur für das teurere von zwei Fahrzeugen Steuern zahlen muss. Aber immerhin ist die Versicherung günstiger als bei der getrennten Anmeldung beider Autos.

Hätte sich Peter Zimmermann das mit dem Wechselkennzeichen mal lieber nicht vorgenommen: „Oh je, sie wollen das wirklich machen, das lohnt sich doch gar nicht“, wird er Anfang des Monats von der Mitarbeiterin der ins Bürgerbüro integrierten Zulassungsstelle empfangen. Doch, doch, er wolle das machen, entgegnet der Bieberer. „Und dann ging der Zirkus los“, blickt er gestern auf seine Odyssee zurück.

Knappe zwei Stunden sitzt er der Mitarbeiterin gegenüber, die ihm nach einigen Telefonaten in seiner Angelegenheit schließlich eröffnet, er werde wohl keine Wechselkennzeichen bei den Offenbacher Schildermachern bekommen. „Zum Glück hatte ich noch nicht meine alten Nummernschilder zum Entstempeln abgeschraubt“, sagt er. Gleichwohl mag er nicht glauben, was er in der Zulassung gehört hat. Er klappert alle Schildermacher rund ums Rathaus ab und bekommt dort bestätigt: Das lohnt sich für uns nicht, das ist nicht unser Geschäft.

Zurück im Bürgerbüro kann Zimmermann immerhin ein Schreiben mitnehmen, auf dem das ihm zugeteilte Kennzeichen vermerkt ist. Dazu gibt es die Zusage: Wenn er in einer Woche mit Wechselkennzeichen wiederkommt, kann alles fertig gemacht werden.

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Nach kurzer Suche im Intent wird der 62-Jährige in Darmstadt fündig. Ein Schildermacher dort produziert für ihn problemlos das verlangte Kennzeichen. Mit diesem spricht er wieder im Offenbacher Bürgerbüro vor – und muss erfahren: Das ihm zugeteilte Kennzeichen ist nicht abrufbar, es wird vom Computerprogramm blockiert. Knappe drei Stunden verbringt der Wechselwillige diesmal bei der Zulassung, ehe es einem herbeitelefonierten Fachmann gelingt, die Nummer zu entsperren.

Erst zwei bis drei Wechselkennzeichen seien seit der gesetzlichen Einführung ausgestellt worden, sagt Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs. „Das ist bei uns kein Massenphänomen.“ Für die Schilderdienste lohne sich das Geschäft nicht, bei einigen könne man sich Wechselkennzeichen aber bestellen, was einige Tage dauere, so Fuchs.

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