Weg frei für neue Krippe

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Vize-Jugendamtsleiterin Claudia Kaufmann-Reis, Behindertenhilfe-Geschäftsführer Jürgen Großer, Hessens Sozialdezernent Stefan Grüttner und Bürgermeister Peter Schneider (von links).

Offenbach - Die Zeit drängt, ab August haben Eltern gesetzlichen Anspruch auf eine Betreuung ihrer unter Dreijährigen. Von Fabian El Cheikh

Bislang fehlen aber zahlreiche Plätze in Kinderkrippen, weshalb das Land Hessen im vergangenen Jahr noch einmal 60 Millionen Euro bereitgestellt hat, um den Ausbau der Betreuungsplätze zu beschleunigen. Gestern überreichte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner Offenbachs Bürgermeister Peter Schneider die Förderzusage in Höhe von 430.000 Euro für den Verein Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach, der eine neue integrative Einrichtung für 30 Kinder im Alter von unter drei Jahren errichten will.

Mit dieser Zusage können die Arbeiten für einen Neubau auf einem Gelände direkt neben der bestehenden Kindertagesstätte des Vereins am Otto-Steinwachs-Weg beginnen. Voraussichtlich bis Februar kommenden Jahres soll der Bau fertig sein, dann ist Platz für drei neue Gruppen mitten in der Innenstadt. Auch da trägt das integrative Konzept, erläutert Geschäftsführer Jürgen Großer: „Kinder mit Behinderung heißen wir ausdrücklich willkommen.“ Das Angebot der Behindertenhilfe freut die stellvertretende Leiterin des Jugendamts, Claudia Kaufmann-Reis, besonders: „Mit dieser ganz neuen Einrichtung haben wir die erste und vorläufig einzige in Offenbach, die ein integratives Konzept bietet für Kinder, die noch nicht das Kindergartenalter erreicht haben. Das ist sehr wichtig.“

Bislang bietet die Behindertenhilfe in ihrer Offenbacher Kindertagesstätte 75 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren eine Betreuung in fünf Gruppen an. Im Kinderkrippen-Neubau entstehen drei Gruppenräume und jeweils ein Nebenraum, ein Ruheraum und Sanitäranlagen. Zusätzlich entstehen unter anderem ein Raum für therapeutische Angebote, eine Küche und ein Personalraum. Das bestehende Außengelände wird ergänzt. „Wir hätten gern einfach angebaut. Das ist durch das verwinkelte jetzige Gebäude aber nicht zu realisieren“, sagt Großer. „Weswegen wir den teureren Weg eines Neubaus gehen müssen.“

Insgesamt betragen die Kosten dafür 1,3 Millionen Euro, so der Verein. Das Land beteiligt sich an diesen Kosten mit 429.443 Euro. „Die restliche Summe soll durch Eigenmittel und Spenden finanziert werden.“ Die Fördermittel des Landes Hessen stammen aus dem U3-Landesinvestitionsprogramm 2013/2014 mit einem Volumen von 100 Millionen Euro. Darin enthalten sind 44 Millionen Euro aus Bundesmitteln. „Damit bringen wir Schwung in die Bereitstellung von Betreuungsplätzen“, ist Grüttner überzeugt. „Wir sind zuversichtlich, dass so der auf dem Krippengipfel in 2007 verabredete Versorgungsgrad auch erreicht werden kann.“

So funktioniert das Betreuungsgeld

So funktioniert das Betreuungsgeld

Grüttner verweist außerdem auf die Möglichkeit, Betriebskosten fördern zu lassen: „Die Betriebskostenförderung im Zusammenhang mit dem U3-Ausbau hat sich von 45 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 133,7 Millionen im Jahr 2013 erhöht.“ Nicht unwesentlich zu der Entscheidung der Landesregierung beigetragen hat wohl die persönliche Beziehung Stefan Grüttners zum Verein, dem er während seiner Zeit als Offenbachs Sozialdezernent vorgestanden hat. Auch heute noch übernimmt der Kreissozialdezernent den Chefposten, der Stadtsozialdezernent die Funktion des Stellvertreters.

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