Neue Kita: Schub für Betreuung

Offenbach - Wo bis zum Jahreswechsel die Offenbacher Hartz-IV-GmbH Mainarbeit sich und ihre Kunden verwaltete, wird bald der Nachwuchs betreut.

Der Magistrat hat beschlossen, von den Mitarbeitern des Jobcenters verlassene Räume an der Berliner Straße 220 zu mieten, um eine neue Kindertagesstätte einzurichten. Gegen jährlich 128.000 Euro, die Nebenkosten sind dabei, überlässt die Eigentümerin, die Frankfurter Treuhandverwaltung Igemet, der Stadt Offenbach 917 Quadratmeter im gesamten Parterre, im ersten Stock und in Teilen des zweiten Stocks.

Mit der neuen Kita kommt Offenbach den gesetzlichen Vorgaben für die Kinderbetreuung näher. Nach Angaben von Bürgermeister Peter Schneider liegt die Versorgungsquote bei den Kita-Plätzen für die ab Dreijährigen momentan zwischen 92 und 94 Prozent. Mit Fertigstellung der Kitas in der Hafenschule und auf dem ehemaligen MAN-Roland-Gelände an der Senefelderstraße erreicht sie 98 Prozent. Das lässt aber einige Jahre auf sich warten. Schneider berichtet von der Anfrage eines freien Trägers, der ebenfalls neue Plätze anbieten will, verrät aber noch nicht, wer es ist.

Die neue Stadt-Kita an der Berliner Straße dient insbesondere der Erfüllung des Rechtsanspruchs der unter Dreijährigen auf einen Betreuungsplatz. Ab 1. August soll dieser bundesweit für 35 Prozent der kleinsten Kinder gelten, wozu noch 82 Plätze fehlen. Die Offenbacher Stadtverordneten haben sich am 7. Februar aber 45 Prozent zum Ziel gesetzt. Das bedeutet, dass es 374 Plätze zu wenig gibt. An der Berliner Straße kann der städtische Eigenbetrieb Kindertagesstätten (EKO) mindestens 26 U3-Plätze einrichten.

Außerdem sollen in dieser Einrichtung bis zu 100 Kindergarten- oder Hortplätze entstehen. Laut dem Offenbacher Entwicklungsplan für Kindertagesstätten sind allein 2013 noch 225 Hortplätze für nach der Schule zu betreuende Kinder zu schaffen. Um jedoch die Vorgabe von ebenfalls 35 Prozent zu erreichen, wären in den Folgejahren noch weitere 296 notwendig. Bürgermeister Schneider betont in diesem Zusammenhang, dass die Lage in der Tageslärmschutzzone 2 kein Problem sein dürfte. Der Regierungspräsident signalisiere, dass er keine Bedenken gegen eine Aufhebung des Bauverbots habe.

So funktioniert das Betreuungsgeld

So funktioniert das Betreuungsgeld

Die neue Kita liegt im Einzugsgebiet der aus allen Nähten platzenden Goetheschule. Dort besteht Nachfrage nach 300 Plätzen mit Ganztagsbetreuung, also auch nach Hortkapazität. Die dortige Verbindung von Hort und Ganztagsklassen begünstigt aber nur 25 Kinder. Kita-Dezernent Schneider weist in diesem Zusammenhang auch auf zwiespältige Auswirkungen des umstrittenen Kinderförderungsgesetzes hin, nach dem Landeszuschüsse nur noch je betreutem Kind flössen. Das brächte zwar größere Gruppenstärken und damit mehr Plätze mit sich. Größere Gruppen jedoch wären den in Offenbach vorhandenen schwierigen soziale Strukturen nicht angemessen. J tk

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