Offenbach: Neue Kita teilweise wieder dicht

Wasserschaden macht Erdgeschoss für halbes Jahr unbenutzbar

In Rekordzeit erstellt, in Rekordzeit zum Teil unbenutzbar: die Kita 11 in der Brandenburger Straße.
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In Rekordzeit erstellt, in Rekordzeit zum Teil unbenutzbar: die Kita 11 in der Brandenburger Straße.

Anfang Oktober konnte man städtischerseits noch voller Stolz verkünden: Die neue Kita 11 in der Brandenburger Straße in Bürgel ist fertig und kann in den nächsten Tagen bezogen werden. In nur acht Monaten Bauzeit wurde ein zweigeschossiges Gebäude in Holzrahmenbauweise errichtet. Die neue Kita bietet mehr Platz und ersetzt auf dem Grundstück nahe der Hans-Böckler-Siedlung einen 27 Jahre alten Flachbau, der jetzt abgebrochen wird.

Offenbach - Nach der guten Nachricht folgte gerade mal drei Wochen später dann die schlechte: Wie das Bauamt auf Nachfrage bestätigt, ist die Kita aufgrund eines Wasserschadens zu großen Teilen nicht mehr benutzbar. Die Sanierung wird mindestens ein halbes Jahr dauern.

Der Wasserschaden wurde den Angaben zufolge am 15.Oktober entdeckt. Die Prüfung ergab eine undichte Leitung zu einer Außenzapfstelle als Ursache des Schadens. Die Undichtigkeit ist zwar mittlerweile beseitigt, doch wurde nach Ortung des Lecks ersichtlich, dass sich eine große Menge eingeschlossenes Wasser im Bereich des Bodenaufbaus befindet.

Ein vom Generalunternehmer beauftragter Gutachter stellte fest, dass das Erdgeschoss der Kita bis auf Weiteres nicht mehr benutzbar ist. „Es sind nun feuchte Materialen –Wände und Dämmung – zu entfernen, mittels Lüftungsgeräten und Heizgebläsen muss getrocknet werden“, heißt es aus dem Bauamt. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Trocknungsphase fünf bis sechs Wochen dauert. „Insgesamt wird von einer Dauer für die Instandsetzung von mindestens einem halben Jahr ausgegangen.“, schätzt Baudirektorin Anna Heep. Das Ganze sei „sehr unschön“, sie habe das in ihrer jahrzehntelangen Berufstätigkeit auch noch nicht erlebt, aber „so etwas passiert halt“. Jedenfalls sei die Schadensregulierung über die Versicherung des Bauunternehmers schon angemeldet.

Die Kinder der im Erdgeschoss betreuten U3-Gruppe wurden bereits in der Kita Lachwiesen untergebracht. Die weiteren vier Gruppen für die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sind vorübergehend am Standort im Obergeschoss untergebracht. Der städtische Eigenbetrieb Kindertagesstätten als Träger der Einrichtung werde für diese Gruppen ebenfalls eine gute Lösung finden und treffe hierzu bereits Vorbereitungsmaßnahmen, kündigt die Stadt an.

Der zweigeschossige Neubau in Holzrahmenbauweise in der Brandenburger Straße ersetzt das nicht mehr zeitgemäße eingeschossige Bestandsgebäude aus dem Jahr 1973. Das Holzhaus ist unmittelbar neben dem alten Kita-Gebäude entstanden, das nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne Kindertagesstätte entsprochen hat. Dank der Größe des in Feldrandlange gelegenen Grundstücks konnte der Altbau während der Bauphase weiter genutzt werden. Eine Interimsunterbringung war nicht erforderlich. Der Neubau verfügt nicht nur über mehr Gruppenräume, sondern auch über einen zweiten Bewegungsraum und eine große moderne Küche. Außerdem ist jedem Gruppenraum ein eigener Raum zur Intensivbetreuung zugeordnet. Etwa bis März 2021 wird es dauern, bis die Außenanlage mit der großen Spielfläche neu angelegt ist. Das Verfahren, eine Kita in Holzbauweise hochzuziehen, hat sich laut Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß bewährt. Es werde auch beim Neubau weiterer Kindertagesstätten wie etwa der Kita 3 in der Rödernstraße angewendet.

In den Neubau der Kita 11 hat die Stadt 7,3 Millionen Euro investiert. Das Land Hessen hat Fördermittel aus seinem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP Land) in Höhe von 6,43 Millionen Euro dazu gegeben.

Wie der Wasserschaden finanziell zu Buche schlägt, ist bislang noch unklar.

Von Matthias Dahmer

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