Genossenschaft will Immobilie kaufen

Neue Pläne für alten IHK-Bau

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Sie haben das alte IHK-Gebäude im Blick, die Gründungsmitglieder der Genossenschaft Creativhaus Offenbach (von links): Zsuzsa Klakk, Wolfgang Lang, Nytia Artelt, Johann Kneißl, Hannelore Trabandt, Bero Blumöhr, Josef Krzyzanek und Miguel Mourabit.

Offenbach - Was als Test begann, könnte in eine Dauereinrichtung mit Vorbildcharakter münden: Die aus dem gleichnamigen Verein hervorgegangene Genossenschaft Creativhaus Offenbach will das ehemalige IHK-Gebäude am Platz der Deutschen Einheit kaufen, um Wohnen und Arbeiten unter einem Dach zu etablieren. Von Matthias Dahmer 

Man habe dem Eigentümer der Büro-Immobilie, der Mühlheimer Firma Eduard Geisheimer, ein Angebot gemacht, ein erstes Gespräch darüber werde morgen stattfinden, sagt Genossenschaftssprecher Johann Kneißl, der die Gründung der Genossenschaft als „Meilenstein“ und „ökonomische Basis“ für das Vorhaben bezeichnet. Bei Geisheimer ist gestern keine Auskunft zu dem beabsichtigten Immobilien-Deal zu erhalten. Zugleich will Creativhaus ein Finanzierungskonzept entwickeln und weitere Mitglieder gewinnen. Über eine Consultingfirma, die der Genossenschaft beratend zu Seite stehe, so Kneißl, gebe es Geldgeber im Hintergrund, die an dem Projekt interessiert seien. Zudem baue man auf „investierende Genossen“, die angekündigt hätten, mit größeren Summen einsteigen zu wollen. Der Einstiegspreis in die Genossenschaft liege bei 5 000 Euro.

Der Verein Creativhaus Offenbach hat von 2013 bis 2014 am Bundesforschungsvorhaben „Probewohnen“ in leerstehenden Bürogebäuden teilgenommen. Während der mehrjährigen Modellphase wurde das Offenbacher Kammergebäude von Kreativen mit Büros und Werkstätten, Wohngemeinschaften von HfG-Studenten und Ausstellungen des Kunstvereins Offenbach erfolgreich genutzt. Seit Januar dieses Jahres traf sich der Verein im Veranstaltungssaal im Erdgeschoss zu Gesprächen über die künftige Nutzung des Gebäudes. Geplant sei, im Erdgeschoss Arbeitsräume einzurichten und auch den Veranstaltungssaal als solchen zu nutzen. Weiterhin könne man sich Wohnungen für Studenten vorstellen. Die oberen drei Stockwerke samt begrünter Dachterrasse wollen die Genossenschaftsmitglieder nutzen.

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

Gründungsmitglieder sind: Josef Krzyzanek, Hannelore Trabandt und Miguel Mourabit, die auch den Vorstand bilden, sowie Zsuzsa Klakk, Wolfgang Lang, Nytia Artelt, Johann Kneißl und Bero Blumöhr. Unterdessen kann Marion Rüber-Steins vom Stadtplanungsamt berichten, dass Offenbach 10.000 Euro aus Bundesmitteln erhalten hat, um in einer Studie bis Ende 2017 auszuloten, welche leer stehenden Büroräume in der Stadt ähnlich wie das frühere IHK-Gebäude genutzt werden können. Grundsätzlich seien bis zu 50 Objekte geeignet, so Rüber-Steins. In Gesprächen mit den Eigentümern gelte es nun, deren Bereitschaft zu erfragen.

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