Gerüchte um Investor

Neue Pläne zur City-Passage

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Seit Jahren Still- und Leerstand. Ob mit einem neuen Investor Umbaupläne eine Chance haben, werden die nächsten Wochen zeigen.

Offenbach - Während die Tchibo-Filiale umzieht, gibt es Anzeichen dafür, dass ein neuer Investor sich der dahinsiechenden Ladengalerie annehmen will. Knackpunkt dürfte weiterhin die Spielhalle sein. Von Matthias Dahmer

Sie war so etwas wie einer der letzten Kundenmagneten in der seit Jahren dahinsiechenden City-Passage: die Filiale des Kaffeerösters Tchibo. Morgen zieht sie um in die Frankfurter Straße 22 unweit von Kaufhof und gegenüber von Douglas in eine wohl bessere Lage an der Einkaufsmeile Frankfurter Straße. Ein weiterer Sargnagel für die heruntergekommene Passage oder doch Signal dafür, dass sich die Dinge zum Besseren wenden?

Bei der städtischen Wirtschaftsförderung hält man sich vielsagend bedeckt, verweist auf den Eigentümer der Immobilie. Der lehnt auf Anfrage unserer Zeitung jegliche Stellungnahme zur Zukunft des potenziellen innerstädtischen Filetstücks ab. Offiziell keine Auskünfte also.

Nach uns vorliegenden Informationen kommt aber offenbar Bewegung in die festgefahrene Situation. So soll der Eigentümer einen neuen Investor an der Angel haben, der bereits mehrere Objekte dieser Größenordnung hochgezogen hat. In den nächsten Wochen, so war zu hören, werde der mit seinen Plänen im Rathaus vorstellig.

Knackpunkt für die Zukunft der City-Passage dürfte weiterhin die vom Eigentümer mit einem komfortablen Mietvertrag bis 2017 ausgestattete Spielothek mit ihren vier Spielhallen im hinteren Teil des Gebäudeensembles sein. Weil die wohl Neubauplänen im Wege steht, drängt der vor Jahren in Sachen Mietvertrag so generöse Eigentümer nun die Stadt, dem Spielhallenbetreiber einen neuen vergleichbaren Standort in der City anzubieten, was man im Rathaus verständlicherweise ablehnt.

Ebenso verständlich ist aber, dass der Spielhallenbetreiber auf seinen Mietvertrag pocht. Ein Rauskaufen würde vermutlich den Preis erheblich drücken, den der neue Investor zu zahlen bereit wäre.

Pläne zum Umbau der City-Passage gibt es seit mehr als zehn Jahren. Bereits 2002 lag etwa ein konkreter Architektenentwurf zu einer ansprechenderen Gestaltung des Innenhofs der Ladengalerie samt Glasdach vor.

Seit 2009 will ein Investor aus dem Unterfränkischen die Passage komplett abreißen und „revitalisieren“, wie es auf der Internetseite des Unternehmens heißt. Geplant ist ein modernes Geschäftshaus, Ankermieter sollen ein führender Elektronikmarkt sowie C&A sein, mit dem angeblich sogar schon ein Vorvertrag geschlossen wurde. Neue Ladenflächen am alten Standort sollen Tchibo, die Stadtmetzgerei Zeiss sowie der Spielhallenbetreiber erhalten.

Unter anderem ein im März 2012 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossener Bebauungsplan für das Areal steht indes den Ideen dieses Investors im Weg. Der sitzt trotz den Informationen, wonach der Eigentümer einen neuen Investor gefunden habe, offenbar immer noch mit im Boot. Ein Stellungnahme dazu, heißt es gestern auf Nachfrage bei ihm, gebe es derzeit nicht.

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