Klippen, Spielschiff und Beachvolleyball: Neuer Park rückt Offenbach näher ans Wasser

Auf zu neuen Mainufern

Viertklässler der Wilhelmschule packten gestern mit ihren Lehrern an.

Offenbach - (tm) Das größte Stadtgrünprojekt, der Mainuferpark, nimmt Gestalt an. Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. In Höhe des Mathildenviertels soll ein Ort des Ausruhens und des Spielens entstehen. Gestern legten dafür Viertklässler der Wilhelmschule mit Hand an, kommende Woche werden Mathildenschüler anrücken, es ihnen gleich zu tun.

Angeleitet werden sie von Bauleuten, Quartiersmanager Marcus Schenck und Christina Türk, der Fachreferentin für Stadtgrün im Amt für Stadtplanung und Baumanagement. Die Initiatoren versprechen sich von der „Kinderarbeit“ keine Kosteneinsparung. Vielmehr sollen sich die Schüler mit ihrem Quartier identifizieren, durch ihrer Hände Arbeit am Rasen die Maßnahme intensiver schätzen lernen. Die Kinder griffen voller Begeisterung zu Schaufel und Rechen.

Der Mainuferpark erstreckt sich auf 550 Metern Länge zwischen Kulturgleis und Alessa-Gelände. „Das ist eine riesige Fläche, auf der eine ganze Menge Arbeiten anfallen“, sagt Christina Türk. Zunächst wurden die alten Wege und Spielanlagen entfernt, dann standen umfangreiche Erdarbeiten an.

Mittlerweile sind die neuen Pflanzen gesetzt, nun folgen Sitzterrassen am Wasser und der große Spielplatz. Der lange Winter hat die Arbeiten verzögert, aber nun sind die neuen Wegetrassen aufgeschottert, ihre Randbegrenzung steht. Ab August verläuft hier der Radweg als Teil der Regionalparkroute und des Grünrings weiter hinten. Näher am Ufer fordert eine neu gestaltete Promenade zum Flanieren auf. Während Radler und Inline-Skater auf Asphalt dahin flitzen, wird der Fußweg mit einer wassergebundenen Decke versehen.

Um das westliche und östliche Ende des Mainuferparks jeweils als Ein- oder Ausgang zu betonen, ließen die Planer insgesamt 65 Säulen-Zitterpappeln pflanzen.

Damit Offenbach näher an den Main rückt, legen Arbeiter derzeit drei großformatige Sitzterrassen aus Betonstein an. In Kürze werden auch die „Offenbacher Klippen“ installiert: Vier gewaltige Natursteinblöcke direkt am Fluss garantieren ein Ausruhen auf hohem Niveau.

Auch der Spielplatz, der auf 600 Quadratmeter Fläche im mittleren Abschnitt des Parks angelegt wird, rückt das Thema Wasser in den Blickpunkt. „Hier werden viele kleine Elemente zusammengebaut und installiert“, sagt die Fachreferentin. Ein Spielschiff und ein Floß, Treibgut, ein Fass und ein großer Sandspielplatz sollen die Phantasie der Kinder anregen.

Daneben können sich Jugendliche und Erwachsene auf einem neuen Beachvolleyball-Gelände - dem ersten öffentlichen - oder der Streetball-Anlage verausgaben. „Sie müssen nur aufpassen, dass der Ball nicht ins Wasser fällt“, meint Christina Türk schmunzelnd. Als Kontrastprogramm dazu bleibt Wiesenfläche zum Sonnen, Liegen oder Picknicken erhalten, an einer Stelle ist sogar Grillen erlaubt.

So entwickelt sich der Mainuferpark zu einer neuen Attraktion für alle Bürger. Das Projekt verbessert darüber hinaus die Wohnqualität in der angrenzenden östlichen Innenstadt, indem es den Bewohnern einen Ort zum Ausruhen und Spielen bietet. Daher übernimmt das Landesförderprogramm Hegiss (Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt) 70 Prozent der Gesamtkosten von etwa 770 000 Euro.

Damit die Arbeiten insgesamt zügig vorangehen, sind täglich sechs Arbeiter vor Ort. „Wir werden auf jeden Fall bis Anfang August fertig“, verspricht die Referentin. Für 29. August ist dann eine große Eröffnungsfeier mit Sportturnieren geplant.

Im kommenden Jahr wird die grüne Oase am Fluss aller Voraussicht nach eine weitere Attraktion bieten. Der Platz am westlichen Eingang des Mainuferparks sei ein optimaler Standort für eine Sommergastronomie, findet Christina Türk – „und zwar nicht für eine Currywurstbude, sondern für ein vielseitigeres Angebot“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare