Neuer Chef in der Chirurgie

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Professoren-Trio: Ab 1. Januar wird auch Hans-Jürgen Kock (Mitte) in Weiß durch das Klinikum schreiten. Dann übernimmt er den Chefarztposten von Reinhard Hoffmann (rechts). Der Ärztliche Direktor Norbert Rilinger freut sich auf den neuen Kollegen.

Offenbach ‐ Eine lange Liste akademischer Qualifikationen hat er zu bieten, der neue Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie im Stadtkrankenhaus. Prof. Dr. Hans-Jürgen Kock bringt ein breites Spektrum mit, wenn er am 1. Januar seinen Posten als Chefarzt in der Chirurgie II antritt. Von Katharina Platt

Der 51-Jährige löst Prof. Dr. Reinhard Hoffmann ab, der die Kliniken ganz in Richtung Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt verlässt. „Die Entscheidung ist mir besonders schwer gefallen“, so Hoffmann, der zehn Jahre in Offenbach gearbeitet hat. Die Mehrfachbelastung als Chefarzt in Offenbach und im BGU plus die Aufgaben als stellvertretender ärztlicher Direktor und als ärztlicher Direktor in Frankfurt wurden dem Chirurg, der selbst noch täglich im Operationssaal steht, zu viel. „Man wird den Aufgaben nicht mehr gerecht“, erklärte Hoffmann.

Die Kooperation, zwischen den Kliniken soll jedoch weiterbestehen und wachsen. „Dass ein Brückenschlag zwischen Offenbach und Frankfurt gelingen kann, haben wir in der Vergangenheit bereits gezeigt“, so der scheidende Arzt. „Wir machen weiter“, sagte auch Klinikgeschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Aufgrund der Komplexität müsse nur die Struktur verändert werden.

Aufgrund der engen Zusammenarbeit der beiden Kliniken wird Reinhard Hoffmann nicht ganz aus dem Dunstkreis des Offenbacher Krankenhauses verschwinden. Er und Unfallchirurg Kock werden in Zukunft zusammenarbeiten. Die Kooperation biete nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Facharztausbildung hervorragende Möglichkeiten. Als gute Basis für eine gelungene Zusammenarbeit sehen die beiden Ärzte ihre gemeinsamen Wurzeln: Beide haben beim gleichen Professor gelernt. „Es ist wichtig, dass man sich an der Spitze gut versteht“, sagte Hans-Jürgen Kock. Der Arzt aus Iserlohn ist bis Ende des Jahres noch Chefarzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie an der Hochtaunusklinik in Bad Homburg. Ab dem 1. Januar herrscht der Familienvater dann in Offenbach über etwa 60 Betten, vier Ober- und elf Assistenzärzte. Die chirurgische Abteilung der Städtischen Kliniken drehen ein „mächtiges Versorgungsrad“, versichern die Spezialisten. Rund 3.000 Operationen gibt es pro Jahr in der Chirurgie.

Seinem ersten Arbeitstag sieht Kock gelassen entgegen. „Ich werde mit meinen neuen Kollegen auf Visite gehen und mich den Patienten vorstellen.“ Zu Beginn seiner Amtszeit rechnet der erfahrene Chirurg mit mehr Patienten als im übrigen Jahr. Schließlich sei im Januar die Zeit des Glatteises. Auch Dr. Norbert Rilinger ist froh, dass die Klinik Kock gewinnen konnte. „Es war uns wichtig, einen Generalisten zu gewinnen. Das ist Kock“, versichert er.

Wer neuer stellvertretender ärztlicher Direktor des Klinikums wird, entscheidet sich Anfang 2010.

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