Bürgerbüro Offenbach

Wenig Grund zu meckern

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Nicht zu verfehlen: Zirka 300 Meter von den alten Räumen im Rathaus entfernt, hat sich der Bernardbau als neues Domizil fürs Bürgerbüro etabliert.

Offenbach - Wer dieser Tage vormittags die Herrnstraße in Richtung Main entlang spazierte, registrierte trotz des sonst ferienbedingt üblichen Passantenmangels vermehrt fußläufigen Gegenverkehr. Von Jenny Bieniek 

Den Dokumenten in ihren Händen nach kamen die meisten von ihnen gerade aus dem neuen Bürgerbüro, wo der Andrang auch in der Ferienzeit nicht abflaut. „Das Geschäft läuft weiter, ob Brückentage oder Schulferien“, sagt Amtsleiterin Martina Fuchs. „Sonst würden wir die Woche drauf überrannt. Die Anliegen der Kunden erledigen sich ja nicht von selbst.“ Seit gut sechs Wochen beherbergt der Bernardbau Pass- und Meldewesen, Führerschein- und Zulassungsbehörde, Standesamt sowie Kundenberatung von ESO und EVO. „Die Kundenzahlen sprechen dafür, dass der Bernardbau als zentrale Anlaufstelle in den Köpfen der Offenbacher angekommen ist“, sagt Fuchs.

Im neuen Bürgerbüro herrscht auch in der Ferienzeit reger Kundenverkehr – wenn auch etwas später am Tag als üblich.

Ende November zog das Bürgerbüro vom Rathaus in das grundsanierte Industriegebäude an der Herrnstraße 61, wo für die Anfragen der Kunden zirka 400 Quadratmeter mehr zur Verfügung stehen. „Wir sind sehr zufrieden, wie alles funktioniert. Es fehlen nur noch Kleinigkeiten, etwa, dass Glühbirnen hier und dort noch durch Lampen ersetzt werden“, weiß die Chefin. Besonders freut sie, dass seit dem Umzug keine einzige Beschwerde bei ihr eingegangen sei. Doch sie weiß, dass man trotz öffentlicher Bekanntmachungen und Hinweise im Rathaus nicht alle Bürger erreichen kann. So gebe es noch immer vereinzelte Nachfragen, warum die Kfz-Zulassung nicht mehr am Bierbrauerweg zu finden sei. „Dabei ist sie schon seit dem Jahr 2000 nicht mehr dort“, sagt Fuchs, lacht und wirft einen Blick in die Statistik der vergangenen Tage. „Am vollsten war’s direkt nach dem Weihnachtswochenende am 29. Dezember. Da haben wir 411 sogenannte Tickets ausgestellt, die durchschnittliche Wartezeit betrug 29 Minuten.“

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Das ist etwas mehr als der auch außerhalb der Ferienzeit registrierte Schnitt von täglich 400 solchen zu bearbeitenden Wartemarken, die den täglich 600 Kunden ausgehändigt werden. Wobei die Zahl der Tickets nicht gleichzusetzen ist mit der der Vorgänge; schließlich kann eine Wartemarke auch die Erneuerung gleich mehrerer Pässe bedeuten. „In der Regel sind die Schlangen morgens um acht am längsten, weil viele ihr Anliegen noch vor der Arbeit erledigen wollen“, weiß Fuchs. Weil zwischen den Jahren aber viele Urlaub hatten und erst ausgeschlafen haben, wurde es vergangene Woche erst zwischen zehn und zwölf ziemlich voll.

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Einzig der Schreibtisch der Migrationsberatung, der montags für drei Stunden besetzt ist, geht bei hohem Besucheraufkommen in der Wartezone unter. „Da stehen die Leute mir dicht im Rücken, so ist Arbeiten sehr schwierig“, moniert José Madeira Pires. Amtsleiterin Fuchs sieht das pragmatisch. Weil räumlich nicht viel zu machen ist, hält sie einen möglichen Wechsel des Beratungstages für denkbar. „Denn montags ist es immer am vollsten, vermutlich, weil die Leute am Wochenende ihre Papiere sortieren.“ Und sie wird nicht müde, auf den zusätzlichen Service hinzuweisen: „Wer Wartezeiten vermeiden will, reserviert online einen festen Termin.“ Bis zum Umzug an die Herrnstraße seien bereits 21 Prozent der Kundenkontakte auf diese Weise koordiniert worden. „Die Quote ist aber steigerbar“, ist Fuchs überzeugt. Etwas Planung erspare dem Kunden viel Zeit. „Und mit ein, zwei Wochen Vorlauf ist der Wunschtermin sicher zu haben.“

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