Mit Grün oder Photovoltaik

Neues Dach für die Wehr muss her

Offenbach - Ein neues Dach für die Wehr muss her: Die derzeitige Bedeckung der Fahrzeughalle an der Rhönstraße ist undicht. Flicken hilft offensichtlich nicht mehr. Deshalb soll über das gegenwärtigen Flach- ein neues Steil- oder Pultdach gesetzt werden.

179.000 Euro veranschlagt der Magistrat dafür in seiner Vorlage für die Stadtverordneten. Die Wache der Berufsfeuerwehr wurde Anfang der 1960er Jahre errichtet. Im Erdgeschoss des Stahlbetonskelettbaus sind die Einsatzfahrzeuge untergebracht, darüber befinden sich die Aufenthaltsräume der Feuerwehrleute. Die Fläche des Flachdachs zum Hof hin misst ungefähr 57 mal 8,50 Meter und ist mit Bitumen abgedichtet. Es wurde Mitte der 1990er letztmals saniert und weist laut Antrag altersbedingte Schäden auf. Die Weichmacher im Bitumen hätten die Dachbahnen demnach spröde werden und aufreißen lassen, heißt es. Das Dach der Feuerwache ist deshalb undicht und lässt Feuchtigkeit ein. Auch die Ableitung des Regenwassers vom Dach sei „nach heutigen Maßstäben zu gering dimensioniert“.

Drei Varianten eines neues Dachs für die Feuerwache wurden untersucht, mit diesem Ergebnis: Das flache Dach zu sanieren oder ein Steildach als Holztragwerk zu errichten ist „nur mit großem Aufwand beziehungsweise nicht realisierbar“. Der Magistrat schlägt daher vor, über dem bereits vorhandenen Flachdach der großen Fahrzeughalle ein Steildach mit einer leichten Stahlunterkonstruktion zu errichten. Vorteile: Die Konstruktion hat eine geringe Eigenlast und soll ungefähr 50 Jahre halten.

Abdichtung und Dämmung des alten Dachs können erhalten bleiben, was Abbruch- und Entsorgungskosten sparen würde. Es sei die wirtschaftlichste Sanierungsvariante, befindet der Magistrat. Das Geld steht im Ergebnishaushalt (das ist der Etat für die laufenden Geschäfte) für „Bauunterhaltung“ zur Verfügung. Mit dem Projekt betraut werden soll das Offenbacher Architekturbüro Meides & Schoop.

Energiewende: Diese Probleme sind noch zu lösen

Der Magistrat schlägt zudem vor, das Dach zu begrünen, sofern dies statisch möglich ist. Das wird als „ökologisch und kleinklimatisch vorteilhaft“ erachtet und soll zudem das Entwässerungsproblem entschärfen: Die Bepflanzung lässt das Niederschlagswasser erst verzögert abfließen. Außerdem sind Nistkästen für den artengeschützten Mauersegler wünschenswert.

Eine andere Möglichkeit, die Fläche des größten Bauteils der Feuerwache auszunutzen, wäre eine Photovoltaikanlage. Dann wäre das neue Dach auch „grün“ und würde Strom erzeugen.

jrd

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