Lukaskirche mit statischen Problemen

Neues Gemeindehaus für Offenbacher Kirchengemeinde

Die Bauarbeiten haben vor kurzem begonnen. Kirchenvorstandsvorsitzender Jörg Schmitz-Roeckerath (Bild unten) weiß aber, dass dies nicht das letzte Bauprojekt bleiben wird: Auch die Kita der Gemeinde und die Lukaskirche selbst sind in einem baulich desolaten Zustand.
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Die Bauarbeiten haben vor kurzem begonnen. Kirchenvorstandsvorsitzender Jörg Schmitz-Roeckerath weiß aber, dass dies nicht das letzte Bauprojekt bleiben wird: Auch die Kita der Gemeinde und die Lukaskirche selbst sind in einem baulich desolaten Zustand.

Es sind Zeiten des Umbruchs, die nun nach außen deutlich sichtbar werden: Bei der Evangelischen Lukas- und Matthäusgemeinde in Tempelsee sind die Bagger angerückt. Innerhalb eines Jahres soll dort ein neues Gemeindehaus entstehen. Doch wie es aussieht, wird dies nicht die letzte Baustelle bleiben. Auch der Kindergarten und die Kirche sind in einem schlechten Zustand.

Offenbach - „Auf das neue Gemeindehaus haben wir die letzten sieben, acht Jahre hingearbeitet“, sagt Jörg Schmitz-Roeckerath, Vorsitzender des Kirchenvorstands. Das bisherige Gebäude aus den frühen 60er-Jahren ist renovierungsbedürftig, Feuchtigkeit hat sich ausgebreitet. Der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach plant nun ein Haus mit einem teilbaren Gemeindesaal, Foyer, Küche und Nebenräumen. Sichtbeton-Wände innenseitig und Parkettboden im Gruppenraum werden das Gebäude prägen.

Mit einer Versammlungsfläche von rund 90 Quadratmetern wird es kleiner werden als das jetzige Haus, denn die vom Verband genehmigte Grundfläche hängt von der Gemeindemitgliederzahl ab. Und die ist, wie in anderen Gemeinden, rückläufig. Seit der Fusion vor vier Jahren von Lukas- und Matthäusgemeinde zählt man noch 1 476 Mitglieder. Das ebenfalls marode Gemeindehaus der Matthäusgemeinde an der Ostpreußenstraße wurde verkauft, die Einnahmen flossen in den Neubau des Lukas-Hauses – der Altbau soll ebenfalls verkauft werden. „Der Bebauungsplan sieht dafür soziale Zwecke vor, laut Stadt ist aber auch eine Mischbebauung möglich“, berichtet Schmitz-Roeckerath.

Einige Bäume mussten weichen, neue Grünanlagen werden nach Bauabschluss angelegt. Neben dem künftigen Gemeindehaus entsteht ein Kirchplatz mit einer sogenannten Außenkirche, auf der Gottesdienste draußen rund um einen Altar gefeiert werden können.

Dies wird möglicherweise auch nach Corona-Zeiten für die Gemeinde notwendig sein, denn auch das eigentliche Kirchengebäude bereitet Sorgen. 1949 kriegsbedingt nur auf notdürftig aufgeschüttetem Boden erbaut und 1950 eingeweiht, beginnt es sich zu senken, hat Risse. Auch der Turm hat ein Statikproblem. „Deshalb darf die Glocke nur noch zwei statt fünf Minuten läuten“, erklärt der Kirchenvorstand. Ein Stahlgerüst soll provisorisch Abhilfe schaffen.

Doch eigentlich müsste die ganze Kirche grundsaniert werden. „Das allein würde 360 000 Euro kosten“, seufzt Schmitz-Roeckerath. Zumindest die sich dort befindliche Wohnung soll renoviert werden, schon allein, um für einen neuen Pfarrer oder Pfarrerin attraktiver zu werden. Seit Juni ist die Pfarrstelle vakant, nachdem die langjährige Pfarrerin Elke Voigt in den Ruhestand ging. Die Gemeinde begeht die Gottesdienste derzeit mit Prädikanten. „Bis kurz vor Weihnachten sind alle Sonntage so verplant“, sagt der Vorsitzende. Die Gemeinde hofft, die Pfarrstelle bald besetzen zu können – auch wenn die Corona-Bedingungen vieles erschweren: „Derzeit finden nur 32 Personen in der Kirche Platz. Das reicht an normalen Sonntagen. Aber an besonderen Gottesdiensten wie an Weihnachten wird es schwierig.“ Das ganze Gemeindeleben funktioniert auf Sparflamme, Treffen und beliebte Aktivitäten wie die Yoga-Gruppen werden nur langsam wieder aufgenommen.

Die Kita der Gemeinde, in der 50 Kinder betreut werden, läuft dafür wieder im Regelbetrieb. Doch auch dort stehen Veränderungen bevor. Denn das Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Kirche teilt mit dieser die gleichen baulichen Probleme: „Der Boden hat sich verschoben, die Leitungen sind völlig marode, die Küche ebenfalls“, sagt Schmitz-Roeckerath. Das könne nicht saniert werden. „Der Kita-Neubau ist nach dem Gemeindehaus unser nächstes großes Projekt.“ Bis dahin wird aber noch mindestens ein Jahr vergehen...

Von Veronika Schade

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