Kleiner Festakt für neues Hellas-Areal

Respekt für die Ruderer

Eine Zeitkapsel mit einer Ausgabe unserer Zeitung und Festschriften zum 25., 75. und 100. Jubiläum des sportlich erfolgreichen Vereins versenkten OB Horst Schneider, Daniela Matha (OPG), Sportdezernent Peter Schneider und Hellas-Vorsitzender Dr. Bernd Hübinger im Fundament.  (c)Foto: Georg

Offenbach - Der Stein konnte aus bautechnischen Gründen noch nicht gelegt werden, dennoch feierte der Ruderverein Hellas gestern zusammen mit den Stadtwerke-Töchtern die offizielle Grundsteinlegung für sein neues Vereinsgelände. Von Fabian El Cheikh

Der Aufbruch, nicht gerade an neues Ufer, aber an einen anderen Abschnitt neben der Wiking, markiert das Ende eines langwierigen Verhandlungsprozesses. Für den Hellas-Vorsitzenden Dr. Bernd Hübinger war es denn auch ein wichtiger Tag, der den zahlreich anwesenden Mitgliedern sichtbar machte, worüber jahrelang gepokert und gestritten worden war. Immerhin hatte sein Verein bisher ein Heim an der Carl-Ulrich-Brücke, mit dem die Ruderer sehr glücklich waren. „Jetzt freue ich mich aber auf den Einzug“, verkündete Hübinger mit Blick auf das schon gegossene Betonfundament für das von der Stadt spendierte Bootshaus, „wenn auch nicht unbedingt über das Verlassen unseres alten Geländes“.

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Das neue Areal direkt neben den Ruderkollegen der Wiking und dem neuen Hafen 2-Standort am Nordring ist halb so groß wie das alte, „aber das war die Entscheidung und ist nun Thema von gestern“, sagte der Vorsitzende wohl auch in der Hoffnung, die Diskussionen über den Umzug endgültig zu beenden. Nun stünden andere Entscheidungen an, „wir müssen jede Kachel und jedes Waschbecken aussuchen“, auf diese Arbeit jedoch freue sich der Verein. Dessen neue Nachbarn sind keine Unbekannten. Sportdezernent Peter Schneider verwies auf alte Zeiten des Offenbacher Rudersports, als etwa in den 50er-Jahren Hellas und Wiking eine Rennruder-Gemeinschaft bildeten. Vielleicht, merkte OPG- und Mainviertel-Geschäftsführerin Daniela Matha an, eröffne die Nachbarschaft ja neue Möglichkeiten der sportlichen Zusammenarbeit.

Auf derlei Anspielungen verzichtete Oberbürgermeister Horst Schneider, obgleich die Stadt anfänglich durchaus versucht gewesen war, aus Kostengründen die Vereine zu einer Verschmelzung zu bewegen. Er nutzte stattdessen die Gelegenheit, erneut die Hafenentwicklung zu loben. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass ein mittelständischer Investor aus Kelkheim auf einen Schlag 54.000 Quadratmeter für Gewerbe und Wohnen auf der Halbinsel entwickelt. Zuvor besiegelt worden war die Ansiedlung der Deutschland-Zentrale von St. Gobain. „Das hätte ohne die Bereitschaft der Hellas, zum Wohle der Stadt wegzuziehen, nicht funktioniert“, lobte der OB und gab den Ruderern noch augenzwinkernd mit auf den Weg: „Macht schnell mit dem Neubau, bevor euch drüben alles unterm Hintern abgerissen wird.“

Auch Matha lobte die Kompromissbereitschaft der Hellas und zollte ihr „Respekt dafür, hier neu anzufangen“. Viele Menschen seien bei den Verhandlungen mit Herzblut dabei gewesen, der Sportkreis Offenbach in Person von Peter Dinkel habe als Mediator eine besondere Rolle eingenommen. Auf dem neuen Grundstück solle nun „mit bescheidenen Mitteln etwas Ansprechendes“ auf die Beine gestellt werden. „Wir wollen stets das Beste aus dem Budget herausholen.“

Brand auf dem Hellas-Gelände

Brand auf dem Hellas-Gelände

Bis zum kommenden Frühjahr entsteht auf dem zirka 2700 Quadratmeter großen Areal ein neues Bootshaus mit allen für den Betrieb eines Wassersportvereins notwendigen Einrichtungen wie Vereinsbüro, Trainingsräumen und einem direkten Zugang zum Main. Im Erdgeschoss befinden sich die Flächen zur Lagerung, Wartung und Pflege der Boote. Vier Toranlagen mit einer Breite von je 2,5 Metern ermöglichen den unproblematischen Transport der Boote ins Wasser. Das in Holzständer-Bauweise errichtete Obergeschoss, zugänglich über eine Außentreppe, beherbergt Büro, Lagerraum, Technik- und Sanitärräume, Versammlungssaal, Fitnessraum sowie eine 120 Quadratmeter große Terrasse. Am Ufer wird eine Rampe und ein Tiefufer angelegt. Dort werden die neuen Steganlagen befestigt.

Erst im Mai waren die für die Verlegung notwendigen Verträge unterzeichnet worden. Sie regeln die Übertragung des Erbpachtrechts der Hellas vom alten aufs neue Areal. Als Ausgleich für frühere Gastronomie-Einnahmen zahlt die Stadt einen Zuschuss von monatlich 1200 Euro. Die gesamte Verlagerung kostet die OPG insgesamt rund 1,6 Millionen Euro, der Bau selbst wird mit einer Million beziffert.

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