Neues Hotel für allerlei krabbelndes Getier

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Betreuerin Rosemarie Seeger mit den Dritt- und Viertklässlern der Buchhügelschule auf dem Weg zur Eröffnung des Hotels. Nun sind die Grundschüler stolze Herbergseltern.

Offenbach - „Iiiih - ein Ohrwurm!“ Früher haben sich Dounia, Mirko, Kim und die anderen Grundschüler auf dem Buchhügel vor dem krabbelnden Getier geekelt. Das war, bevor sie in der pädagogischen Mittagsbetreuung der Ganztagsschule ein neues, exklusives Offenbacher Hotel erbaut haben: ein Insektenasyl. Von Damir Suker

„Dreimal wöchentlich, drei Monate lang haben wir gebastelt, bis es endlich fertig war“,erzählt die zehnjährige Dounia Boulahfa voller Stolz. Mit 17 weiteren Dritt- und Viertklässlern hat sie die künstliche Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten geschaffen. Das Hotel umfasst vier Etagen. Es besteht fast ausschließlich aus Naturmaterialien, unter anderem aus Bambus, Altholz, Stroh, Dornen und Holunder.

„Wir waren mehrfach im Wald und haben alles selber zusammengesucht“,sagt die neunjährige Kim Steigerwald. Was die Natur nicht hergab, haben die Betreuer für rund 30 Euro im Baumarkt besorgt. Dann haben die Kleinen das Material verarbeitet. Sie haben geschnitten, gesägt und gebohrt - alles ohne Blutvergießen. Die Bauanleitung und Tipps haben sie aus dem Buch „Das Insektenhotel“ entnommen.

In dreimonatiger Arbeit haben sie mit Hilfe des Nachbarn Rupert Kerschbaum das Asyl auf dem Schulgelände aufgestellt und eröffnet. Und zwar an einem idealen Standort, der viel Sonne abbekommt und zugleich vor Wind und Regen geschützt ist.

Zu den erwarteten Gästen des Hotels zählen hauptsächlich Wildbienen, Ohrwürmer und kleine Insekten. „Zimmer gibt es ganz viele, damit die armen Bienen, die immer mehr sterben, glücklich leben können“, erklärt der achtjährige Mirko Dusanjic.

Für die rettende Unterkunft zahlen die Nützlinge in Naturalien. Sie helfen im Garten, indem sie bestäuben und als biologische Schädlingsbekämpfer im Einsatz sind. Das Interesse der Kinder war während des Projektes sehr groß, berichten die Betreuerinnen. Auch wenn den Schülern zu Beginn nicht alles ganz geheuer gewesen sei. „Am Anfang war etwas Angst da, aber mit der Zeit kam dann das Verständnis und die Furcht ging“, erzählt Rosemarie Seeger.

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