Neues Pflegeheim auf dem Gelände des Tennisclubs

Offenbach - Sanierungsstau: OTC schrumpft sich in die Zukunft

(mcr) Der Weg für ein neues Pflegeheim mit Seniorenwohnungen im Offenbacher Westen ist geebnet, der erste Baggerbiss noch in diesem Herbst denkbar. Der Magistrat wird dem Stadtparlament ans Herz legen, einen Teil des bisher den sportlichen Freuden des Offenbacher Tennisclubs (OTC) zugedachten Areals zwischen Bahnlinie und Leibnizgymnasium per Bebauungsplan für die kommerzielle Nutzung freizugeben.

Das gefällt Oberbürgermeister Horst Schneider, der in dem Vorhaben neben anderen Vorteilen eine Verbesserung der Versorgung mit Betreuungs- und Pflegeplätzen sieht. Das gefällt dem Dreieicher Investor Jens Holzmann, der ein Geschäft für seine Immoprojekt Entwicklungs-GmbH erhofft.

Und das gefällt, nach langem Ballwechsel zwischen den Verhandlungspartnern, dem OTC selbst. Nicht nur, weil dessen Größe - aktuell 250 aktive und 100 passive Mitglieder - kein so üppiges Terrain mehr verlangt und zehn Plätze statt heute 15 reichen würden. Elementar ist auch, dass sich der Club ohne den Grundstücksverkauf die dringend notwendige Sanierung seiner Vierfeld-Halle und die Renovierung oder den Neubau des Clubheims niemals leisten könnte.

Die Halle ist momentan eine Energieschleuder allerersten Ranges. Die Heizung sitzt unterm maroden Dach, pumpt die teure Wärme quasi ohne Umweg nach draußen. „Da gehen schon fast alle Einnahmen für die EVO drauf“, erklärte gestern der OTC-Finanzvorstand Joachim Berger. Bis zu einer halben Million Euro könne die Heilung dieser und anderer Hallenmängel kosten. 

Wie viel der auch von Altschulden gequälte Club für die zur Disposition stehenden 5 500 Quadratmeter Grundstück erwartet, darüber schwieg sich der Vorstand gestern aus. Es muss sich aber allemal um einen siebenstelligen Betrag handeln, weil auch Teilabriss und Erweiterung oder Neubau des Clubheims mit mindestens 300 000 Euro zu Buche schlagen werden.

Von dem, was nun in direkter OTC-Nachbarschaft entstehen soll, ist der Vorstand durchaus angetan. Ein wenig, weil sich Investor Holzmann einst auch als aktiver Tennissportler mit der Konkurrenz messen konnte und damit als Bruder im Sportsgeiste gilt. Vor allem aber, weil Holzmann für seinen Seniorenkomplex ein neuartiges Konzept im Sinn hat.

Pläne zeigen einen dreigeschossigen Hauptbau entlang der Helene-Mayer-Straße - wo auch die Stadt noch ein kleines Grundstück an Holzmann verkaufen wird - und zwei zweigeschossige Seitenflügel. So entsteht Platz für neun Pflegeplätze für Demenzkranke im Endstadium, 27 Demenzpflegeplätze, 15 auf bestimmte Krankheitsbilder spezialisierte Kompetenz- und 65 Allgemeinpflegeplätze. Zusätzlich soll es in einem Seitenflügel elf seniorengerechte Wohnungen geben, die die Leistungen des angrenzenden Pflegeheims in Anspruch nehmen können.

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