Neues Vereinsheim der Offenbacher 03

Jeden Tag etwas heimeliger

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Die Offenbacher 03 haben turbulente Monate hinter sich: Erst die Suche nach einem neuen Vereinsheim, dann der Umzug. Das künftige Domizil in Waldhof ist fast fertig. Und hat einiges zu bieten. Ilse Hammann im neuen Vereinsheim der 03er.

Bieber - Die Offenbacher 03 haben turbulente Monate hinter sich: Erst die Suche nach einem neuen Vereinsheim, dann der Umzug. Das künftige Domizil in Waldhof ist fast fertig. Und hat einiges zu bieten. Von Veronika Schade 

Frische Pastellfarben an den Wänden, die Tische und Stühle sind schon aufgebaut, der Schießstand fast fertig, die Modelleisenbahn im Aufbau. Und das Getränkelager ist gut gefüllt. Es nimmt Gestalt an, das neue Vereinsheim der Offenbacher 03 an der Heinrich-Krumm-Straße 20 im Ortsteil Waldhof.

Der Vorsitzenden Ilse Hammann ist die Erleichterung deutlich anzumerken. Hat sie doch noch im August vergangenen Jahres ihren Verein fast vor dem Aus gesehen. Nach 36 Jahren an der Schlossmühlstraße wurde der Mietvertrag gekündigt, um dort Reihenhäuser zu bauen. Ein Domizil zu finden, das den Bedürfnissen des spartenreichen Vereins sowie seinem Budget entspricht, schien als nahezu unlösbare Aufgabe – dazu unter Zeitdruck. Überlegungen, sich wie in den Anfangsjahren in wechselnden Gaststätten zu treffen und die ganzen Habseligkeiten extern zu lagern, standen ebenso zur Diskussion wie ein Anschluss an andere Vereine oder gar eine Auflösung als letzte Option.

Die Räume der ehemaligen Mano-Fabrik im Industriegebiet Waldhof gehörten zu den ersten, die Hammann sich angeschaut hat. Mit 311 Quadratmetern bieten sie 30 Prozent mehr Fläche als die früheren. Das wird zu teuer, war sich die Vorsitzende sicher und suchte fleißig weiter – in ganz Offenbach. Doch überall hätten die 03er viele Kompromisse eingehen müssen. Dann die Erlösung. „Der Vermieter ist uns mit dem Preis sehr entgegengekommen“, freut sich die 62-Jährige.

Die meisten der 120 Vereinsmitglieder zeigten sich froh über die neue Bleibe. „Bei einigen war ein bisschen Überzeugungsarbeit nötig“, erzählt Hammann. Sprüche wie „Waldhof ist nicht Bieber“ seien immer wieder gefallen. „Ich verweise dann immer auf das Ortsschild, auf dem ganz groß Bieber steht“, sagt sie schmunzelnd und berichtet von den Vorteilen des neuen Domizils: Am Haus gibt es 50 Parkplätze, von der Bushaltestelle und S-Bahn-Station sind es nur zehn Minuten Fußweg, die Entfernung zu den Wohnhäusern ist groß genug, um ausgelassen zu feiern, und die Raumakustik ist ausgezeichnet. Dank der zusätzlichen Lagerflächen ist alles schnell griffbereit, zum Beispiel Stände für Außenfeste und Requisiten für die Fastnacht.

Im Vereinsalltag wird dank des Platzzuwachses einiges leichter. Die Tischreihen können dauerhaft stehen bleiben und müssen nicht jedesmal weggeräumt werden, wenn die Tanzgruppen oder die Tischtennisspieler trainieren wollen. Die Modelleisenbahner bekommen ihr eigenes Zimmer, können ihre Bahn neu konzipieren und dauerhaft stehen lassen. „Wer Lust hat, in diese Sparte einzusteigen, für den ist der ideale Zeitpunkt“, findet die Vorsitzende. Die Schützen bekommen wieder einen elektronischen Schießstand, der allen Anforderungen entspricht und in den nächsten Tagen fertig werden soll.

Umzug kostet 20.000 Euro

Auf 20.000 Euro beliefen sich die Kosten für den kompletten Umzug. Geld, das aus Vereinsrücklagen und Spenden aufgebracht werden konnte. Die Hälfte verschlangen bauliche Anpassungen wie eine neue Trennwand, Elektronik und Wasserleitungen. Eine Heizung fehlt bisher. Dafür produziert ein Gebläse Wärme – und lautes Dröhnen. „Dass wir mal alles an einem Ort haben würden, hätten wir nie zu träumen gewagt. Dafür muss man auch mal eine Kröte schlucken“, meint Hammann. Die Heizung werde später installiert.

16 Mitglieder beteiligten sich am eigentlichen Umzug Anfang Dezember. Seitdem arbeiten eifrige, handwerklich versierte Helfer daran, das Vereinsheim jeden Tag ein bisschen heimeliger zu machen. Der Tresen ist im alten wie im neuen Domizil das Herzstück. Selbst das geliebte Bild von Alt-Offenbach, das an der Schlossmühlstraße auf die Wand gemalt war, konnte als Reproduktion ins neue Heim gerettet werden – gesponsert von einem Vereinsmitglied.

„Gern stellen wir unsere Räume anderen Vereinen oder Gruppen zur Verfügung“, hofft Hammann auf Synergieeffekte. Auch neue Vereinsmitglieder sind jederzeit willkommen. „Unsere Tanzgruppen suchen dringend neue Tänzer, das wäre doch was für junge Leute aus Waldhof“, findet sie. Ein Zugeständnis blieb nach dem Umzug jedoch nicht aus: Der Jahresbeitrag wurde von 47 auf 60 Euro erhöht. Offizielle Eröffnung des neuen Heims ist am 1. März.

Der nächste große Programmpunkt ist die Fastnachtssitzung am Samstag, 25. Januar, im Pfarrheim St. Nikolaus. Karten gibt’s im Bieberer Teeladen.

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