Neues Ziel für die Leute im Dörfchen

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Quartiersmanager Marcus Schenk

Offenbach ‐ Sven Fröhlich macht seinem Namen bei der Eröffnung des Stadtteilbüros im Einkaufszentrum Lauterborn alle Ehre. „Es war ein langer Weg, aber der Erfolg ist nun sichtbar“, freut sich der Offenbacher Anwalt. Von Ernst Buchholz

Er war es, der im Juni 2006 die Bürgerinitiative zusammenrief. Kurz zuvor war im „Stern“ der Artikel “Eine Welt für sich“ erschienen. Er beschrieb die Entwicklung des Stadtteils Lauterborn kurz vor dem Absturz. „Das Einkaufszentrum ist in einem erbarmungswürdigen Zustand“, schrieb Fröhlich damals in die Einladung. Und: „Wir wollen unser Dörfchen verbessern.“ So gelang es ihm zum ersten Mal, Eigentümer, Pächter, die beiden Kirchen und Geschäftsleute aus dem Quartier an einen Tisch zu setzen. Was damals schon fast aufgegeben war, steht nun im neuen Glanz für alle da.

Bauherr Arthur Mähner

Da kommt die Eröffnung des Quartierszentrums für die Bürger wie ein Sahnehäubchen daher - mit entsprechend großem Andrang. Fast vollzählig vertreten ist der Seniorenclub Lauterborn. Dazu die Mitglieder der Bürgerinitiative Lauterborn und viele, die sich in den städtischen Ämtern und Gesellschaften um den Stadtteil kümmern werden. Drei Magistratsmitglieder eröffnen das Zentrum mit Reden und Geschenken. Oberbürgermeister Horst Schneider lobt das ehrenamtliche Engagement und die Leistung des Bauherrn Arthur Mähner. Bürgermeisterin Birgit Simon erhofft sich eine Besserung des sozialen Lebens und Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß verspricht über die Überwachungsanlage hinaus mit der Aktion „Besser Leben in Offenbach“ im Lauterborn für mehr Sicherheit und Sauberkeit zu sorgen. „Bei dem vielen Lob auf das besondere Engagement von Arthur Mähner wäre es angebracht, die Passage zwischen Richard-Wagner- und Hugo-Wolf-Straße Arthur-Mähner-Platz zu nennen“, schlägt Sven Fröhlich vor.

Der Seniorenclub beteiligt sich mit Kaffee und Kuchen an der Eröffnung. „Drei Nachmittage in der Woche haben sie den Raum schon fest gebucht, dazu vierzehntägig am Dienstagabend ein Sitztanztreffen“, sagt Gudrun Nitzsche, langjährige Leiterin, und bringt es auf den Punkt: „Wir sind sehr zufrieden und kommen mit dem Platz zurecht .“

Vorträge aus dem Gesundheitsbereich

Dr. Heidrun Weber-Grandke war es, die mit der Verlegung der Apotheke neben die Zweigstelle der Sparkasse den Platz frei machte für den weiteren Ausbau des Lebensmittelmarkts. „Mein Anliegen war und ist die Aufwertung des Stadtteils. Die Bürger sollen stolz sein, hier zu wohnen.“ Sie hat beobachtet, dass die längeren Öffnungszeiten der Bäckerei bis 9 Uhr abends und damit die bessere Beleuchtung dazu geführt haben, dass auch Ältere keine Angst mehr haben, um diese Zeit durch die Passage zu gehen. Ihre Pläne im neuen Bürgertreff: Vorträge aus dem Gesundheitsbereich für Eltern mit Kindern. Auch will sie einen Beitrag zur Integration im Stadtteil leisten.

Das Stadtteilbüro ist geöffnet Montag und Freitag von 9 bis 14.30 Uhr und Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr.

Der Briefkasten der BI gegenüber der Apotheke wartet auf Anregungen und Kritik aus dem Stadtteil. Auf 170 Quadratmetern sind im Bürgertreff zwei Büros, ein Versammlungsraum, ein kleinerer Begegnungsraum und eine Teeküche untergebracht. Im Rahmen des Gesamtkonzepts des Quartiersmanagements der drei bisher entstanden Quartierszentren Mathildenplatz, Nordend und Lauterborn wird der Sozialpädagoge Marcus Schenk die Koordination übernehmen. Ansprechpartnerin vor Ort ist seine Assistentin Tanja Kakas.

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