Neustart im Bürgerhaus

+
Das Baugerüst verrät, dass sich im Bürgerhaus Rumpenheim etwas tut. Das seit März gastronomisch verwaiste Lokal wird erst innen und außen renoviert und dann am 15. Juli unter neuer Leitung wiedereröffnet.

Rumpenheim - Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Offenbach hat sich mit der Neuverpachtung des Bürgerhauses Rumpenheim Zeit gelassen. Von Thomas Kirstein

Trotz zahlreicher Interessenten, meist mit internationalem Angebot, die sich seit März gemeldet haben, wie GBO-Chef Winfried Männche sagt: „Aber die meisten hätten nicht in die Landschaft gepasst.“ Jetzt hat er einen Wirt, der sowohl den Ansprüchen des städtischen Unternehmens als auch denen der Brauerei entspricht. Am 15. Juli wird der Frankfurter Alexander Feier die „Gud Stubb“ des Stadtteils samt dazugehörigem Biergarten und mit deutsch-hessischer Küche wiedereröffnen.

Männche ist optimistisch, eine dauerhaftere Verbindung eingegangen zu sein. Die Vorgänger-Gastronomen Beata Stinski und Peter Stehling, im April 2007 gestartet, hatten nach knapp zwei Jahren aufgegeben. Aus durchweg persönlichen Gründen, wie Winfried Männche betont. Andreas Hennig, der das Bürgerhaus fast zehn Jahre lang geführt hatte, meldete Ende 2006 Insolvenz an. Der ehemalige Wirt der Schlachthof-Gaststätte hatte das Lokal in dem 1930 gebauten „Volkshaus“ gemeinsam mit der GBO komplett umgestaltet, war mit der städtischen Gesellschaft später aber nicht mehr richtig glücklich geworden. Umgekehrt hatte die GBO zuletzt ein tragfähiges neues Konzept vermisst.

GBO-Geschäftsführer Winfried Männche will aber nicht zurück, sondern nach vorn blicken: Mit Alexander Feier, der mit einem Partner einsteigt, habe man einen viel versprechenden Betreiber gefunden. Der gestandene Geschäftsmann habe vielseitige Erfahrungen in vielen Orten gesammelt, nicht nur in der Gastronomie, sondern auch als Veranstaltungsprofi.

Der Bewerber und sein wirtschaftliches und gastronomisches Konzept wurden eingehend auf ihre Tauglichkeit geprüft und für passend befunden. Nicht nur von der GBO, sondern auch von der Brauerei Schmucker, an die das Haus vertraglich gebunden ist und die jetzt auch in die Renovierung investiert.

Das soll sich für das Bürgerhaus auszahlen. Von Feier erhofft sich die GBO eine verstärkte Nutzung des Saals, der eine neue multifunktionale Licht- und Tonanlage erhält. Besonders im Kleinkunstbereich soll sich etwas tun. Zudem, so ist es bereits vereinbart, wird das national und international immer stärker gefragte Projektorchester Neue Philharmonie Frankfurt, GBO-Untermieter im Capitol, den Saal für 20 Proben im Jahr nutzen.

Derzeit verrät ein Baugerüst, dass sich eine Wiederbelebung des Bürgerhauses anbahnt. Die Fassade wird mit Pastelltönen aufgefrischt, die Eingangstreppe mit Terrakotta gestaltet. „Das wird einen ganz anderen Auftritt haben“, verspricht Winfried Männche. Auch innen, wo alles anders werden soll: Gerade wird ein Holzfußboden verlegt, die seit mehr als zehn Jahre gewohnte Theke hat ausgedient, ebenso die Bestuhlung. Neu gestaltet werden der das Gebäude begleitende Grünstreifen und auch der große Biergarten. Der soll unter anderem einen Kinderspielplatz erhalten, um das Freiluftlokal auch für die zahlreichen Familien attraktiv zu machen, die in den vergangenen Jahren in Rumpenheim heimische geworden sind.

Winfried Männche ist sich sicher, mit den künftigen Pächtern einen guten Griff getan zu haben. Für die Neuen wurde das Haus unter anderem auch einem Energiecheck unterzogen - es hatte immer wieder geheißen, der Heizungsverbrauch dort sie ruinös hoch. „Es ist alles normal, da ist nichts zu teuer“, entgegnet GBO-Chef anderweitigen Einschätzungen. Das gelte auch für die unveränderte Pacht: Der Wirt zahlt eine Grund- und eine Umsatzpacht. „Wir sind also am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt“, sagt Männche. „Deshalb geh’ ich ja dort immer essen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare