Bürger sorgen für mehr städtisches Grün

Neustart für den Offenbacher Hafengarten

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Der Waggon ist mit dem Hafengarten ein Stück weiter flussabwärts gezogen. Am Sonntag wird der Neubeginn mit einem Frühlingsfest gefeiert.

Offenbach - Der Hafengarten feiert am Sonntag einen Neustart. Ein Blick in das Mathildenviertel und das Nordend zeigt: Es ist nicht der einzige Platz, an dem die Bürger für innerstädtisches Grün sorgen. Von Christian Wachter 

Viele Hafengärtner waren etwas wehmütig vergangenes Jahr zu dieser Zeit. Es war nämlich beschlossene Sache, dass es die letzte Saison sein sollte, in der auf dem Areal gesät, gepflanzt und geerntet werden darf. Der alte Hafengarten musste weichen, um Platz zu machen für das Bauprojekt „Marina Gardens“. Nun gibt es Ersatz: rund 150 Meter weiter westlich, beim künftigen Gutsche-Park am Radweg entlang des Hafenbeckens. Dort müssen die Gärtner enger zusammenrücken. Die neue, frisch geschotterte Fläche misst nur noch ein Drittel der alten, die 10.000 Quadratmeter groß war. Weil aber auf Leerflächen zwischen den Pflanzinseln weitgehend verzichtet wurde, ist es bei rund 40 Parzellen mit etwa 150 Gärtnern geblieben. Mit dem Umzug war das Hafengarten-Team der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft seit Ende letzten Jahres beschäftigt. Der Neustart wird am kommenden Sonntag, 24. April, mit einem Frühlingsfest gefeiert. Von 14 bis 18 Uhr gibt es Kleinigkeiten zum Essen, nette Gespräche und eine Pflanzenbörse, die auf Tauschwillige mit Saatgut und Pflanzen wartet. Mitbringsel fürs Buffet sind gerne gesehen, gegrillt wird natürlich auch.

Der Hafengarten ist aber längst nicht der einzige Ort, an dem sich Bürger um ein grüneres Umfeld bemühen. Ein Beispiel dafür ist Stefan Prinz aus dem Mathildenviertel. „Ich mag es einfach, wenn ich heimkomme und es schön aussieht“, erzählt er. Weil er es vor seiner Wohnung in der Krafftstraße zu karg fand, hat er vor einigen Jahren begonnen, ein paar Seitenstreifen zu begrünen. Wo früher Parkplätze waren, finden sich nämlich heute meist grau-bräunliche Schotterfelder.

Die Seitenstreifen an der Krafftstraße sollen am Samstag bei einem Aktionstag begrünt werden.

Die ersten Schritte machte er als Guerilla-Gärtner - bis ihm eine Nachbarin von den Grünflächenpatenschaften erzählte - ein Weg, um das Engagement fürs Grün in der Nachbarschaft offiziell zu machen. Das Angebot gibt es seit 2007 im Rahmen des Projekts „Besser leben in Offenbach“, seit 2013 ist es bei der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) angesiedelt. Wer Pate ist, erzählt die Projektleiterin Sabine Süßmann, könne mit Unterstützung rechnen. Das gilt natürlich auch für Prinz. Für den morgigen Samstag hat er mit einigen Nachbarn einen Aktionstag geplant, bei dem auf den Seitenstreifen in der Krafftstraße zuerst der Mutterboden und dann ein Rollrasen aufgebracht wird. Auch Büsche sollen aufgestellt werden. Die GBO und das Statteilbüro um Quartiersmanager Marcus Schenk helfen bei der Organisation und indem sie einen Teil der Kosten übernehmen. Generell, erzählt Prinz, sei das Stadtteilbüro begeistert und offen für solche Ideen. Das Kompliment kann Schenk nur zurückgeben. Es sei toll, wenn sich die Bürger um innerstädtisches Grün bemühten. „Da unterstützen wir gerne“, motiviert der Quartiersmanager. Wer selbst mit anpacken möchte, der kommt am Samstag zwischen 11 und 14 Uhr in die Krafftstraße. Dort wird dann nicht nur gearbeitet, sondern auch gegrillt. „Es geht auch um den persönlichen Austausch, jede helfende Hand ist willkommen“, so Prinz.

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Engagiert haben sich derweil auch einige Offenbacher im Nordend. Beim Urban-Gardening-Projekt „Essbares Offenbach“ will eine Gruppe um Mitinitiator Marcus Wöll Gemüse und Obst am Goetheplatz anpflanzen. Wie schon im Hafengarten und im Mathildenviertel geht es den Organisatoren auch darum, einen Ort zu haben, an dem man sich zum nachbarschaftlichen Dialog treffen kann. Infos zum Hafengarten gibt es bei Alexandra Walker. E-Mail: hafengarten@opg-of.de. Wer sein Kommen für den Grünflächentag in der Krafftstraße ankündigen möchte: stadtteilbuero-mathildenviertel@gbo-of.de

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