Gedämpfte Erwartung

Stadthalle bald kein Impfzentrum mehr: Corona-Auflagen erschweren Neustart

Noch dominiert die Nutzung als Impfzentrum den Anblick. Voraussichtlich ab 15. Oktober steht die Stadthalle wieder als Veranstaltungstempel zur Verfügung.
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Noch dominiert die Nutzung als Impfzentrum den Anblick. Voraussichtlich ab 15. Oktober steht die Stadthalle wieder als Veranstaltungstempel zur Verfügung.

Schon bald soll die Stadthalle in Offenbach vom Corona-Impfzentrum wieder zu einem Veranstaltungsort werden. Hierbei trifft der Neustart auf Hindernisse.

Offenbach - Die Tage des Offenbacher Impfzentrums in der Stadthalle sind gezählt. Wie berichtet, sollen die hessenweit 28 Zentren Ende September geschlossen werden, die Stadthalle, wo seit Anfang Februar geimpft wurde, werde voraussichtlich ab 15. Oktober wieder als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen, sagt Geschäftsführerin Birgit von Hellborn. Sie blickt dem Datum mit gemischten Gefühlen entgegen. Klar ist: Die insbesondere für die Veranstaltungsbranche unsichere Lage aufgrund Corona dämpft die Erwartungen an den Neustart.

„Eigentlich waren ja viele Konzerte in den kommenden Herbst verschoben worden. Doch daraus wird wieder nichts“, bedauert Birgit von Hellborn. Es gebe Auftritte von internationalen Stars, wie etwa die der Simple Minds oder der kanadischen Rock- und Pop-Sängerin Avril Lavigne, die seien bereits zum dritten Mal verlegt worden. So wird man sich wohl mit ein paar Nummern kleiner begnügen müssen. „Wir werden einige Veranstaltungen von Firmen und Verbänden bei uns haben“, sagt die Stadthallen-Chefin.

Offenbach: Corona erschwert Neustart der Stadthalle

Doch selbst wenn es Zusagen von Größen des Musikgeschäfts gäbe – bei den derzeitigen Corona-Auflagen wäre das Ganze nicht wirtschaftlich. Birgit von Hellborn kann da nur in den Chor von Clubbetreibern einstimmen: „Selbst bei einer Auslastung von 50 Prozent würden wir nicht hinkommen, das rechnet sich erst ab etwa 80 Prozent.“ Hinzu kommt, dass erst wieder Personal rekrutiert werden müsste. Die Stadthalle als Veranstaltungstempel wurde mit wenigen Festangestellten vielen Freiberuflern betrieben. „So schnell können wir den Schalter nicht wieder umlegen“, so von Hellborn.

Mit den abgesagten Auftritten brachen natürlich auch die Umsätze weg. Das bewege sich in einer Größenordnung von 70 bis 80 Prozent, sagt Birgit von Hellborn. Im Ergebnis sei das ein wenig durch Kurzarbeit und die coronakonformen Veranstaltungen abgefedert worden.

Corona in Offenbach: Stadthalle wird vom Impfzentrum zurück zum Veranstaltungsort

Vom Impfzentrum erbt die Stadthalle eine nicht unbedeutende Installation: Während etwa die Aufbauten vor der Halle und die Impfstraßen im Inneren demontiert werden, bleibt die auf UV-Desinfektion basierende Luftentkeimungsanlage drin. Sie wurde von Fachfirmen in die bestehende Lüftungsanlage integriert. „Wir tauschen derzeit die Luft in der Halle mehr als fünfmal in der Stunde aus. Insgesamt sind das mehr als 50 000 Kubikmeter Luft, die dauerhaft desinfiziert werden. Ohne die zusätzliche UV-Desinfektion in der Umluftanlage hätte das Offenbacher Impfzentrum nicht in Betrieb gehen können“, erläutert Matthias Wagner von der Herbert Wagner Haustechnik GmbH aus Biebergemünd, die zusammen mit der Hanauer Heraeus Noblelight den Virenschutz installiert hat.

Kann wieder loslegen: Stadthallen-Chefin Birgit von Hellborn.

Was mit den kreativen Plakaten am derzeitigen Behelfszaun vorm Impfzentrum passiert, auf denen Offenbacher für den Piks werben, weiß Stadtsprecher Fabian El-Cheikh, der zugleich Geschäftsführer der Offenbacher Stadtmarketinggesellschaft ist: „Wir werden zunächst versuchen, sie an anderen Bauzäunen in der Stadt aufzuhängen, da wir weiterhin für die Impfungen werben wollen.“ Zu einem späteren Zeitpunkt werde überlegt, ob es noch eine kreative Weiterverwendung für die Banner gebe, solange das Thema aktuell sei. (Matthias Dahmer)

In der Vergangenheit kam es im Impfzentrum in Offenbach zu großem Ärger: Zahlreiche Menschen wurden trotz Termin weggeschickt.

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