Es ist nicht alles Gold, was glänzt

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Goldschmied Abdullah Elmali sucht nicht nur nach dem Stempel, den echtes Gold tragen muss. Er untersucht Schmuckstücke auch mit einer speziellen Säure, um sie auf ihre Echtheit zu überprüfen.

Offenbach ‐ Bunt blinken Reklameschilder, suggerieren den Traum vom schnellen Geld. „Keine Gebühren!“, „Höchstpreise!“, „Direkt bar!“ Während auf den Rohstoffmärkten der Preis fürs Edlmetall steigt, wächst in der Innenstadt die Zahl windiger Goldankäufer. Von Fabian El Cheikh

„Die schießen wie Pilze aus dem Boden“, erregt sich Sevda Elmali. Dort, wo einst Boutiquen und Imbissbuden ihre Kundschaft beglückten. „Die machen uns das Geschäft kaputt“, klagt Genady Reingold.

Der krisenbedingte Goldboom der vergangenen Monate versetzt keinen der beiden Offenbacher Juweliere in einen Goldrausch. Aus mehreren Gründen. Wie andere alteingesessene Schmuckhändler blicken Sevda Elmali und Genady Reingold argwöhnisch auf ihre neuen Mitbewerber, die mit viel Gold in der Kehle ihren Kunden Bestpreise versprechen. Vervierfacht habe sich deren Zahl in jüngster Vergangenheit. Und: Sogar in Kiosken und Lottoannahmestellen soll man bereits seinen alten Schmuck in Bares tauschen können.

Dass bei vielen Händlern längst nicht alles Gold ist, was glänzt, darauf macht Sevda Elmali aufmerksam, die mit ihrem Mann in der Geleitstraße ein Juweliergeschäft betreibt: „Viele dubiose Anbieter kaufen zu unmöglichen Preisen ein und nach ein paar Tagen sind sie verschwunden.“ Manch ein Konkurrent, sagt Reingold, biete für den Tausch von Ringen, Armbändern, Ketten und Zahngold teils mehr als 30 Prozent über dem aktuellen Tagespreis fürs Edelmetall. Der Kunde denkt, er mache ein gutes Geschäft, „dafür muss er anschließend hohe Gebühren zahlen“.

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