Vom Niemand zum alten Bekannten in drei Stunden

Offenbach - (mcr) Normalerweise muss ein Dieb für lange Zeit lange Finger machen und sich immer mal wieder erwischen lassen, um von der Polizei als „alter Bekannter“ geführt zu werden. Gestern allerdings hat sich ein Ganove den fragwürdigen Titel innerhalb weniger Stunden verdient. Die Geschichte, von der Polizeipressestelle mit der Weisheit „Man trifft sich immer zweimal im Leben...“ betitelt:

Der Mittwoch war erst wenige Minuten alt, als Zeugen der Polizei zwei windige Gestalten auf dem Gelände eines Autohauses an der Sprendlinger Landstraße meldeten. Mehrere Streifen eilten los; am Tatort entdeckten die Fahnder einen Mann, der offensichtlich Schmiere stand. Letzte Zweifel an diesem Verdacht verschwanden, als der Dunkelmann Fersengeld gab. Davon allerdings deutlich zu wenig, um den Polizisten entwischen zu können. Kaum geschnappt und mit Handfesseln vermeintlich unschädlich gemacht, fand sich der Schmieresteher im Streifenwagen wieder. Da hatte er eigentlich auch bleiben sollen - woraus allerdings nichts wurde, weil sich ihm die Chance zu einem erneuten Fluchtversuch bot.

Die Polizisten, die ihn festgenommen hatten, mussten ihn kurz alleine lassen, um seinem plötzlich aufgetauchten Komplizen hinterher zu rennen. Der legte bei seiner Flucht noch einen Zahn zu, indem er eben geklaute Autoteile abwarf. Diese Erleichterungstaktik brachte ihm letztlich nichts, weil die Beamten, inzwischen unterstützt von weiteren Kollegen, immer noch schneller waren. Mit dem zweiten Täter - Pole, 24 Jahre - zurück am Streifenwagen, mussten die Fahnder feststellen, dass der erste Täter - Pole, 29 Jahre - seinem automobilen Gefängnis zwischenzeitlich entflohen war. Darüber wiederum durfte sich der nur kurz freuen. Sein Kumpel packte auf der Wache gründlich aus, erzählte von der gemeinsamen Ankunft in Deutschland am Dienstag und vom Opel Vectra im Taunusring, zu dem sein Freund noch den Schlüssel habe.

Den hatte er tatsächlich. Die Polizisten fanden den Opel, legten sich auf die Lauer und mussten dann nur bis 3 Uhr warten, bis der immer noch gefesselte Flüchtling den Wagen aufschloss, um sich im Fußraum vor der zuschauenden Ordnungsmacht zu verstecken. Die bot ihm und seinem Komplizen dann doch noch die etwas bequemere Gefängniszelle an.

Auf dem Gelände des Fahrzeughändlers entdeckten die Polizisten weitere abgeschraubte Außenspiegel - und in der Fahndungsliste den Namen des älteren Ganoven. Gegen ihn lag sowieso schon ein Vollstreckungshaftbefehl wegen Diebstahls vor.

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