Nikolaus statt Weihnachtsmann

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Die Taschen mit Bieberer Amulett am Stand des Fördervereins der Schule Bieber fanden reichlich Abnehmer. Auch sonst hatte der Nikolausmarkt viel zu bieten.

Offenbach - Helle Lichter, Glühweingeschmack und Bratwurstduft – aus diesen Zutaten entsteht automatisch wohlige Adventsstimmung. So auch beim Bieberer Nikolausmarkt, traditionell am ersten Adventssamstag. Von David Heisisg

„Für unseren Stadtteil ist das ein richtiges Ereignis“, freut sich Elfriede Ring, Vorsitzende des Gewerbevereins, der den Markt veranstaltet. „Da geht man hin“, sagt sie mit Blick auf den Jahreskalender. Auch wenn die Organisation einigen Aufwand bedeutet, nicht nur körperlicher Natur. „Das kostet ja alles Geld“, erklärt sie. Standaufbau, Beleuchtung, Infrastruktur. Man lege am Ende was drauf. Einmal seien die Veranstalter schon an einem Punkt angelangt gewesen, an welchem sie den Markt fast abgesagt hätten, sagt sie. Glücklicherweise hätten sich Sponsoren gefunden. Ohne die Bieberer Läden, die Pfarrgemeinden, den Heimatverein und letztlich die Einwohner ginge nichts.

So ist Ring froh über den Zusammenhalt im Stadtteil. Zumal man den Leuten was bieten wolle. „Man trifft sich halt“, ist das Credo der Besucher. Die sprechen’s und nippen am Glühwein. Aber nicht nur der Verzehr des roten Vorweihnachtsgetränks ist angesagt. 30 Stände verwandeln den Ostendplatz in ein Advents-Wunderland. Dafür ist Raum notwendig. Immerhin sollen die Besuchermassen gut durchkommen. „Wir sind ein bisschen an der Grenze“, sagt Ring. Erweiterung nächstes Jahr nicht ausgeschlossen.

Der Förderverein der Schule Bieber verkauft schwarze Taschen. In Zusammenarbeit mit einer hiesigen Lederwarenfirma, nach eigenem Bekunden hochwertig und limitiert. Clou: Als Muster ist das Bieberer Amulett eingenäht. Der Erlös kommt den Schülern zugute. Auch der Zweigstelle Waldhof, wie betont wird. „Wenn keiner was macht, wovon soll es kommen?“, so der Tenor. Am Nachmittag ist ein Großteil der Taschen verkauft. Auch die Schüler und ihre Eltern tragen etwas bei. An ihrem Stand nebenan gibt es selbst gebackene Plätzchen und Adventsschmuck. Viele Anbieter verkaufen für den guten Zweck. Die Katholische Jugend Bieber (KJB) etwa bietet ihre „Spiegelbilder“ an. Der Erlös soll in den Umbau des Pfarrheims fließen.

Weihnachtsmärkte in Bieber, Bürgel und auf der Rosenhöhe

Weihnachtsmärkte in Bieber, Bürgel und auf der Rosenhöhe

Am Stand des Missionskreises gibt es nicht nur „die besten Crêpes vom Nikolausmarkt“, wie Gertrud Länder betont. Die Einnahmen werden an ein Schulprojekt im Süd-Sudan überwiesen. Zudem gibt es Schokonikoläuse, die ihrem Namen alle Ehren machen, im Bischofsornat des heiligen Nikolaus und nicht im roten Fellmantel des Weihnachtsmanns. Den Vertreter des Nikolauses mimt auf dem Markt der „kleine Justus“. Er verteilt Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten an die Kinder. Die Eigenwerbung ist legitim: Für die Kindertagestätte „Zwergenland“ ist der Markt eine gute Werbefläche.

Die Offenbacher 03 machen mit einer „Sitzung“ Werbung für eine Faschingsparty in ihrem neuen Vereinsheim. Ilse Hammann sitzt inmitten des Markts auf einem Stuhl mit einem großen Zettel in der Hand. Die Besucher sollen lesen, was darauf steht. Eben jener Hinweis. Direkt davor präsentiert der Waldzoo seine „Weihnachtskaninchen“. Diese verstecken sich im Stroh, lassen sich zum Streicheln aber gern mit Weihnachtskeksen für Langohren hervorlocken. Musik steht auch auf dem Programm: „In der Weihnachtsbäckerei“, „O Tannenbaum“ oder „Ihr Kinderlein kommet“. Gesungen wird kräftig auf der Bühne. Festliche Atmosphäre verbreitet als Premiere ein Weihnachtsbaum an der Seligenstädter Straße, eine Spende. Nur Transport und Aufbau mussten laut Gewerbeverein bezahlt werden. Und die LED-Beleuchtung. „Die war richtig teuer“, meint Ring, sei aber als Investition für die Zukunft gedacht. So können sich die Bieberer schon auf den nächsten Nikolausmarkt freuen. Am 28. November 2015.

Nikolausmarkt am Bieberer Ostendplatz

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