Interview mit Nina Kutschera

Die Stimme mit zwei 24-Stunden-Jobs

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Nina mit ihrem Mann Georg und der zweijährigen Tochter Mathilda.

Offenbach - Sie ist nicht die erste Offenbacherin, die bei einer TV-Castingshow zu sehen ist. Erfolgreichster Vorgänger: Mark Medlock holte 2007 den Sieg bei „Deutschland sucht den Superstar“. Dorthin hat es Nina Kutschera nie gezogen. Von Bettina Link

Sie hat auf „The Voice of Germany“ gewartet. Dort treten nur Kandidaten auf, die bereits Gesangserfahrung haben. In der ersten Runde, den „Blind Auditions“, bei der die Jury die Sänger nicht sieht, sondern nur hört, überzeugte Nina mit „Set Fire To The Rain“ von Adele. Und auch das Pflicht-Duett überstand sie. Jetzt sind von 150 Teilnehmern noch 24 übrig. Sie lockt es in „Live-Shows“. Ob Nina dabei sein wird, entscheidet sich heute Abend. Im Interview mit unserer Volontärin Bettina Link spricht sie über ziemlich aufregende Momente.

Glückwunsch. Hättest du gedacht, dass du so weit kommst?

Nein. Das Duett mit Leslie war wie eine Prüfung. Es war für mich besonders schwierig, weil ich gegen eine Freundin antreten musste. Wir haben aber vorher gesagt, dass wir uns jeweils für die andere freuen würden. Wir haben uns nicht wie Konkurrenten gefühlt.

Bleibt dir überhaupt noch Zeit, dich auf Weihnachten einzustimmen?

Die Vorbereitung läuft chaotischer, weil ich ständig unterwegs bin. Ich habe momentan zwei 24-Stunden-Jobs – als Mutter und als Teilnehmerin bei „The Voice of Germany“. Ich habe täglich sehr viele Termine. (Ihr Handy klingelt; die Agentur hat noch einen Termin für sie.) Aber ich mach’ das gern. Hauptsache, meine Kinder kommen nicht zu kurz. Deswegen freue ich mich auf die gemeinsame Weihnachtszeit.

Feiert ihr zu Haus in Offenbach?

Ja, wir sind daheim. Wir feiern ganz klassisch im Kreis der Familie, also mit meinem Mann, unseren beiden Kindern und meiner Mutter. Wir holen am Weihnachtstag den Baum, den die Kinder dann schmücken. Wir feiern Weihnachten nur für die Kinder, weil sie es so mögen. Der religiöse Aspekt spielt bei uns keine Rolle, da ich Buddhistin bin. Aber auch diesen Glauben praktiziere ich nicht.

Die klassischen Lieder singt ihr trotzdem?

Meine Kinder singen, was sie in der Schule gelernt haben. Ich habe ihnen ein paar Lieder beigebracht. Aber an Weihnachten habe ich Singpause. Da stehe ich eigentlich den ganzen Tag in der Küche.

Singen die Kinder so gern wie du?

Ja, vor allem meine zehnjährige Tochter. Sie singt im Schulchor und ist im Musikunterricht sehr gut. Im Gegensatz zu mir. Ich stand meistens auf einer Vier. Wenn es darum ging, wer beim Weihnachtskonzert singt, wurde immer ich gefragt. Damit konnte ich meine Note auf eine Drei verbessern.

Dennoch hast du als Kind gesungen, wolltest Gesangslehrerin werden.

Ich habe mit 14 angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen. Später habe ich Jazz- und klassische Musik am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz und in den Niederlanden studiert. Danach habe ich beschlossen, dass ich auch anderen etwas beibringen kann. Gesangslehrer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Da gibt es viele schwarze Schafe.

Findet man die in der Scream Factory in Frankfurt, in der du arbeitest?

Nein! Die Aufnahmeprüfungen sind so schwierig wie bei „The Voice of Germany“. Und ich freue mich, da Lehrerin sein zu können und in Offenbach so eine Art Zweigstelle zu sein. Ich habe mich auf Jazz, R’n’B und Pop spezialisiert, bereite angehende Studenten auf ihre Aufnahmeprüfungen vor, arbeite mit Musical-Schülern.

Welchen Nutzen ziehst du aus der Sendung?

Die ist sehr gute Werbung für mich.

Bist du in Offenbach schon angesprochen worden?

Ständig. Ich habe das Gefühl, dass alle Offenbacher die Show sehen. Vom Kleinkind bis zur Oma: Alle reagieren positiv auf mich. Viele nennen mich „unser Offenbacher Mädchen“ – dabei bin ich ja nur Wahl-Offenbacherin.

Was sagen Freunde und Familie zu deiner Teilnahme?

Alle finden das gut. Sie sind stolz auf mich, vor allem meine Familie.

Wie lässt sich das alles mit der Familie vereinbaren?

Da meine Mutter bei uns wohnt, geht es ganz gut. Wenn ich für Aufnahmen in Berlin bin, kümmern sie und mein Mann sich um die Kinder. Ich telefoniere täglich mit ihnen.

Wie geht es für dich weiter, wenn du nicht weiter kommst?

Das wäre kein Weltuntergang. Es ist eine Chance für mich. Ein Plattenvertrag wäre toll. In anderen Ländern, in denen die Sendung lief, haben außer dem Gewinner auch andere einen Plattenvertrag bekommen.

Was würdest du machen, wenn du am Ende gewinnst?

Ich würde schreiend durch Offenbach rennen. Aber daran glaube ich nicht. Ich kenne ja das Talent der anderen Kandidaten.

Nina Kutschera ist nicht die einzige Kandidatin aus dem Kreis Offenbach bei "The Voice of Germany". Auch Laura Martin aus Neu-Isenburg ist bei der TV-Show dabei.

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