Im Schlauchturm Nistkästen für Mauersegler montiert

Fliegende Untermieter für die Feuerwehr

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Die Drehleiter wurde gern zweckentfremdet: Feuerwehrleute montieren Nistkästen am Schlauch- und Übungsturm.

Offenbach - Die Arbeit der Feuerwehr unterstützen sie zwar nicht, dennoch sind sie willkommen: Am Schlauch- und Übungsturm an der Rhönstraße haben Stadt- und Brandschützer ein Domizil für Mauersegler geschaffen.

Spezielle Nistkästen sorgen dafür, dass die geschützen, schwalbenähnlichen Vögel dort heimisch werden können. Feuerwehrchef Uwe Sauer: „Das Innere des Turms wurde im Herbst umgebaut und die Stahlbetonfassade saniert. Der 30 Meter hohe Turm wird zwar weiter für Übungszwecke gebraucht, seine Brüstungs- und Balkonelemente bieten sich aber als Nisthilfen geradezu an. Deshalb haben wir die Kästen nach Abschluss der Sanierung in Eigenleistung unter Einsatz der Drehleiter montiert.“ Die Wehr, so Sauer weiter, könne damit einen aktiven Beitrag zum Artenschutz im städtischen Raum leisten.

Heike Hollerbach, Leiterin des Umweltamts, unterstreicht die Bedeutung der baulichen Hilfsaktion: „Der Mauersegler ist ein Gebäudebrüter, der durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt ist.“ Die Art sei gefährdet, denn mit dem Abriss alter Gebäude, der Sanierung von Fassaden und Dächern sowie durch moderne Bauweisen verliere der Vogel seine Nistmöglichkeiten. „Auch wenn die Nester nach dem Sommer leer stehen, dürfen sie nicht einfach beseitigt werden. Die Mauersegler sind quartiertreue Brutvögel und kehren jedes Jahr zurück“, so die Chefin des Umweltamts.

Mauersegler-Domizile sind wartungsfrei

Was den Folgeaufwand der Nistkastenmontage angeht, kann Hollerbach beruhigen: Die Mauersegler-Domizile, die man optisch perfekt in die Farbgestaltung des Turms integriert habe, seien wartungsfrei. „Diese Vögel entsorgen ihren Mist selbst. Eine Verschmutzung der Fassade ist nicht zu erwarten.“ Nach der Roten Liste Hessen sind die Mauersegler zwar noch mit mehreren 10 000 Brutpaaren vertreten, stehen aber bereits auf der sogenannten Vorwarnliste. Das bedeutet: Solange die Gefährdungsfaktoren nicht ausgeschaltet sind, ist weiterhin mit einem erheblichen Rückgang der Bestandszahlen zu rechnen.

Neue Nistmöglichkeiten wie am Offenbacher Feuerwehrturm seien ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Vogelvielfalt in den Städten, sagt Ingrid Sponsel, Fachreferentin der Unteren Naturschutzbehörde: „Die Vögel danken es, indem sie lästige Insekten wie Mücken, Motten und Blattläuse reduzieren und damit für das ökologische Gleichgewicht sorgen.“ Wer als Haus- und Wohnungsbesitzer seinen persönlichen Beitrag zur Erhaltung alter Brutplätze leisten möchte, dem steht das Umweltamt dabei mit Rat und Tat zur Seite.

mad

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