Nobelmarke neu belebt

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Armin Johl

Offenbach ‐ Vor 18 Jahren haben sich die Offenbacher Lederwaren-Brüder Armin und Fred Johl von ihrem Familienunternehmen, der 1889 gegründeten Karl Seeger GmbH, getrennt. Von Lothar R. Braun

Jetzt drängt Armin Johl, sein älterer Bruder Fred ist mittlerweile verstorben, abermals auf den internationalen Lederwaren-Markt. Dabei greift er auf eine bereits 1930 erloschene Offenbacher Nobelmarke zurück. In Frankfurt präsentierte er eine in der Schweiz angesiedelte „Eduard Posen Manufactur 1811“. Sie wirbt mit der Erinnerung an einen Höhepunkt der Offenbacher Lederwaren-Tradition und mit dem Designer Armin Johl (70).

Bei der Wahl des Namens Posen ließ Johl sich von Familienerinnerungen leiten. Zur Großväter-Zeit gab es freundschaftliche Beziehungen zwischen den Johls und Mitgliedern der Posen-Familie. In Offenbach wird die Namenswahl an ein bemerkenswertes Kapitel lokaler Wirtschaftsgeschichte erinnern. Bis zu ihrem Erlöschen in der Wirtschaftskrise von 1930 konnte die Firma Eduard Posen & Co. sich die „Älteste Offenbacher Portefeuille Fabrik“ nennen. In seinen besten Jahren unterhielt das Unternehmen Niederlassungen in Paris, London, Stockholm und Bukarest, in den Metropolen Südamerikas und in Florenz, Athen und London.

Begonnen hatte das mit dem 1792 in Offenbach als Sohn eines jüdischen Händlers geborenen Eduard Posen. Er erweiterte das Sortiment um Lederwaren und nahm 1838 auch die Eigenproduktion auf. Seine „Portefeuille- und Etui-Fabrik“ fiel bald durch eine Fülle von Innovationen auf, die dann auch von anderen Herstellern übernommen wurden.

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