Noch einmal den Himmel sehen

Neuer Förderverein unterstützt Palliativmedizin am Sana-Klinikum

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Sie stellten den Förderverein vor (von links): Winfried Männche (stv. Vorsitzender), Vorsitzender Michael Pletzsch, Sozialdezernentin Sabine Groß, Schirmherr Stefan Grüttner, Chefärztin Christiane Gog , Sana-Geschäftsführer Sascha John, Brigitte Tilman (stv. Vorsitzende) und Vereinsgeschäftsführer Johannes-Ulrich Pöhlker.

Zur Unterstützung der Palliativmedizin am Sana-Klinikum hat sich ein Förderverein gegründet. „Palliare e. V.“ verfolgt das Ziel, Spenden zu sammeln, um vor allem jene Zusatzangebote für Schwerstkranke zu finanzieren, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Das reicht von Kunst-, Musik- und Tier-Therapien für die Patienten bis hin zur wohnlichen Ausstattung der im Erich-Rebentisch-Zentrum beheimateten Klinik.

Offenbach –  Hervorgegangen ist die Einrichtung mit ihren zehn Betten aus der bereits 2010 ins Leben gerufenen Palliativstation am damals noch städtischen Krankenhaus. Seit 1.  Oktober dieses Jahres ist es eine eigenständige Klinik unter der Leitung von Chefärztin Christiane Gog. Wie sie bei Vorstellung des neuen Fördervereins berichtet, kümmern sich am Starkenburgring ein Arzt, zwölf Pflegekräfte und verschiedene Therapeuten um die ganzheitliche Behandlung von Patienten mit begrenzter Lebenserwartung und deren Angehörige.

Zusätzlich sind ambulante Teams, bestehend aus sieben Ärzten und elf Pflegekräften, in Stadt und Kreis unterwegs. „Ambulant versorgen wir etwa 800 Patienten pro Jahr, hier in der Klinik sind es rund 300“, so die Chefärztin. Die Palliativmedizin, so Gog, sei von der Hospizarbeit zu unterscheiden. „Unser Auftrag ist es, das Leben zu garantieren. Wir behandeln und begleiten bei schweren Erkrankungen, nicht jeder, der bei uns ist, stirbt auch hier.“ Dennoch habe man in der Palliativ-Klinik einen anderen Blick auf die Medizin. Gog: „Obwohl jede medizinische Behandlung möglich ist, kümmern wir uns um das Ganze.“ Dazu gehört unter anderem, dass Angehörige betreut und ihnen auch Übernachtungen in der Klinik ermöglicht werden.

Offenbach: Neuer Förderverein für Palliativmedizin

Vorsitzender des neuen Fördervereins ist der Offenbacher Rechtsanwalt und Notar Michael Pletzsch. Er verriet, der Verein sei zwar schon im September 2018 formell gegründet worden, doch erst jetzt sei alles so weit vorbereitet, dass man an die Öffentlichkeit gehen könne. So werden am kommenden Samstag unserer Zeitung, die Medienpartner des Fördervereins ist, Flyer beigelegt sein, die über „Palliare e.V.“ informieren. Zudem verfügt der Verein mittlerweile über einen Internetauftritt. Der Jahresbeitrag beträgt für Mitglieder 30 Euro, organisatorisch und strategisch unterstützt wird der Verein von der Bürgerstiftung Offenbach, die auch mögliche Spendenbescheinigungen ausstellt.

Schirmherr des Fördervereins ist Stefan Grüttner, ehemaliger Hessischer Sozialminister und inzwischen Ärzte-Lobbyist. Zum Glück sei die Palliativmedizin kein „verschämtes Thema“ mehr. Und ihre Bedeutung werde angesichts des demografischen Wandels noch zunehmen.

Sana-Geschäftsführer Sascha John hebt ebenfalls die Bedeutung der Palliativmedizin hervor. Das Thema sei für viele kein Angenehmes, doch sei die Arbeit ungemein wichtig. Unabhängig von der medizinischen Betreuung gebe es auch sehr emotionale Momente. „Wir haben hier sogar schon eine Hochzeit gefeiert. Es war der letzte Wunsch des Patienten.“

Offenbach: Große Ambitionen des Fördervereins

Die Wunschliste von Chefärztin Gog, einer bekennenden „Hard-Core-Frankfurterin“, die sich in Offenbach beruflich ausgesprochen wohl wühlt, ist lang. Entsprechend groß sind die Ambitionen des Fördervereins. So werden Spenden benötigt für die Finanzierung der Therapiehunde Emma und Sissi, für die Kunsttherapie, für die Fuß-pflege der Patienten oder auch für Kleidung von Menschen, die sich das am Ende des Lebens nicht mehr leisten können. Zur Liste der größeren Projekte gehört ein Ultraschallgerät für das ambulante Palliativ-Team sowie eine Rampe auf die Terrasse der Klinik, damit Patienten in Betten oder Rollstühlen „noch einmal in den Himmel schauen können“, wie Christiane Gog formuliert. Alleine für dieses Vorhaben werden rund 50 000 Euro benötigt. „Klingt viel, aber was damit erreicht wird, ist unbezahlbar“, sagt die Klinik-Chefin.

Kontakt und Spenden:

Palliare e.V. c/o Bürgerstiftung Offenbach, Jacques-Offenbach-Straße 22,z 069 840004180, E-Mail post@palliare.org

Städtische Sparkasse Offenbach, Konto 193097, IBAN DE64 5055 00200 0000 1930 97, BIC HELADEF1OF

Infos im Internet

www.palliare.org

VON MATTHIAS DAHMER

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