600 Offenbacher wollen sich ehrenamtlich engagieren

Noch hakt es bei der Hilfe für Flüchtlinge

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Offenbach - Viele Offenbacher sind bereit zu helfen; nicht nur mit Sachspenden. Doch die Koordination dieser Hilfe sei mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden, macht Ludwig Frölich klar. Von Rebecca Röhrich

Er ist Landesvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und zuständig für die Einrichtung am Kaiserlei. Zunächst habe die Grundversorgung gesichert werden müssen. Das heißt: ausreichend Betten, Essen und Sanitäranlagen. Nun arbeite man daran, weitere Angebote zu entwickeln. Hierfür stehe man im engen Kontakt mit der Stabstelle Flüchtlingshilfe der Stadt. Geplant seien Deutschkurse sowie Sport- und Bewegungsangebote. Auf ehrenamtliche Helfer könne der ASB dabei nicht verzichten, sagt Frölich. Daran soll es nicht scheitern: Beim Freiwilligenzentrum Offenbach, das der Stabstelle Flüchtlingshilfe der Stadt angeschlossen ist, haben sich schon über 600 Menschen gemeldet. „Viele von ihnen mit ganz tollen Ideen“, erzählt Monika Pröse, die im Freiwilligenzentrum die Hilfe mitorganisiert. So hätte sich beispielsweise eine Offenbacherin gemeldet, die eine Gruppe von Flüchtlingen bei sich zu Hause zum Essen einladen möchte. Unter dem Begriff „Gastmahl“ soll dieses Angebot weiter ausgebaut werden. Auch gäbe es Vorschläge, in Gruppen Ausflüge in die nähere Umgebung zu organisieren.

Die Volkshochschule möchte das bundesweite Lernportal „Ich will Deutsch lernen“ etablieren. Dies sei insofern sehr nützlich, weil es dafür theoretisch nur eine Software und einen Computer braucht, erzählt Monika Pröse. Die Menschen könnten also auch in einer anderen Unterkunft mit demselben Programm weiterlernen. An der praktischen Umsetzung dieser Idee müsste indes noch gearbeitet werden. Damit die große Zahl an Helfern immer auf dem neusten Stand ist, hat das Freiwilligenzentrum einen Newsletter eingerichtet.

Bilder: Einblicke in Unterkunft für Flüchtlinge in Neu-Isenburg

Der ASB wiederum kümmert sich aktuell um weitere Alltagsbegleiter, die mit den Flüchtlingen beispielsweise zu Ärzten gehen. Die Hilfsorganisation und die städtische Flüchtlingshilfe würden sich allerdings darüber freuen, wenn auch noch ein paar mehr Offenbacher Vereine sportliche Veranstaltungen anbieten würden. „Noch kicken die Flüchtlinge auf dem Hof“, so Frölich. Wenn die Temperaturen aber weiter sinken, sei dies bald nicht mehr möglich. Für mehr Mobilität ist zumindest bald gesorgt: Die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) stiften Fahrkarten für den Nahverkehr im Gesamtwert von 5000 Euro. Und die Energieversorgung Offenbach (EVO) ist gerade dabei, das Internetproblem in der Einrichtung zu lösen und prüft, ob Hotspots in der Nähe eingerichtet werden können.

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