Noch immer unterwegs

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Goldenes Priesterjubiläum feiert Hermann Rink.

Bieber - Der gebürtige Bieberer Seelsorger kam wahrlich herum im Südhessischen während seines langen, erlebnisreichen Berufslebens. Von Thomas Meier

Jetzt feiert Pfarrer Hermann Rink goldenes Priesterjubiläum: Vor 50 Jahren, am 26. Juli 1959, wurde er mit zwölf Mitbrüdern von Bischof Albert Stohr im Mainzer Dom zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er im gleichen Jahr am 2. August in St. Nikolaus Bieber, und hier wird am 16. August, am Kerbsonntag, das goldene Priesterjubiläum ganz groß begangen.

Hermann Rink, geboren am 30. September 1933 in Bieber, verbrachte seine Kaplansjahre in Lindenfels, Groß-Zimmern, und Worms-Horchheim, wobei ihn kurzzeitige Vertretungen auch noch nach Steinheim und Ulrichstein führten.

1966 trat Rink als Pfarrer in Dietzenbach in einer Pfarrei an, die ihm Pionierarbeit abverlangte. Die Pfarrei im damals protestantisch dominierten Ort wurde erst 1957 gegründet, es musste noch Aufbauarbeit geleistet werden. Doch er machte seine Sache wohl gut, denn in seiner Amtszeit bis 1973 stieg die Zahl der von ihm betreuten Schäfchen von 2 100 auf 4 500. Viele junge Familien zogen damals zu, was für den Pfarrer eine ganz besondere Auswirkung hatte: „Auf vier Taufen kam nur eine Beerdigung“, erinnert sich Rink, normalerweise halten sich diese Anlässe die Waage.

Von 1973 bis 1991 führte der heute 76-Jährige die Pfarrei in Hainstadt. Nach zwei weiteren Pfarrstellen in Michelstadt und Heusenstamm-Rembrücken kam eine neue Phase: Im Jahr 2004 ging Rink in Rente, wobei seine 81-jährige Schwester Maria Rink ihn trefflicher als „Unruheständler“ bezeichnet. Ständig ist der Seelsorger in seiner Mission auf Achse.

Rinks Berufung zum Geistlichen zeichnete sich sehr früh ab. Der Sohn einer Bieberin und eines zugezogenen Finanzbeamten leitete bereits mit 16 Jahren Gruppen in der katholischen Jugend.

Zwölf Semester währte sein Studium der katholischen Theologie und Philosophie, zehn Semester studierte Rink davon in Mainz, zwei in Innsbruck. Von Beginn seines kirchlichen Dienstes bis zum Ende seiner Amtszeit galt des Geistlichen besonderes Interesse der Jugendarbeit. Neben der ersten Pfarrstelle hatte er das Amt des Dekanatsjugendseelsorgers inne, danach übertrug man ihm die geistliche Leitung der Religions-AG im Dekanat Seligenstadt.

Das Hauptanliegen ist nun die Seelsorgearbeit 

Seinen „Ruhestand“ verbringt Hermann Rink in Bieber. Sein Wirken verlagerte sich ganz auf die Seelsorgearbeit: Gottesdienste in der Heimatpfarrei St. Nikolaus, Amtshilfen in den ehemaligen Pfarreien, denen er sich immer noch verbunden fühlt, Krankenbesuche, Beerdigungen und bei Wunsch auch Taufen. Seine weitest entfernte Aushilfe bei Gottesdiensten führt ihn einmal jährlich nach Herbstein: „Immer dann, wenn dort der Kollege am Sonntag nach Fronleichnam nach Walldürn pilgert, zelebriere ich dort den Gottesdienst.“ Und Pfarrer Norbert Hofmann in Obertshausen hat Rink seit Jahren „für die Zweitfeiertage gebucht“, den zweiten Osterfeiertag, den zweiten Pfingsttag und den 26. Dezember. Der Grund: Hofmann ist ein noch junger Pfarrer, der die „freien Feiertage“ bei seinen Eltern verbringen möchte.

Und der Pfarrer frönt seit seiner Pensionierung einem Hobby, das nicht nur ihn auf Trab hält, sondern auch viele Gläubige: Rink organisiert und leitet Wallfahrten in und mit verschiedenen Gemeinden. Allein zehn Wallfahrten realisierte er in Bieber.

Praktisch jedes Wochenende hat Rink noch Verpflichtungen. Er sagt: „Ich habe ja auch Freude daran, sonst würde ich es ja auch nicht machen.“

Beim Priesterjubiläum am Kirchweihsonntag, 16. August, hält um 10 Uhr in St. Nikolaus der Mainzer Domdekan Prälat Heinz Heckwolf die Festpredigt. Heckwolf war Ministrant, als Rink in Lindenfels seine erste Kaplansstelle hatte.

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