So normal wie möglich leben

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Bürgermeisterin Birgit Simon zeigte uns ihr privates Lieblingsplätzchen: Der grüne Hinterhof bietet Entspannung sowie Platz zum Schmökern, Essen, Plaudern - und auch zum Arbeiten.

Offenbach - Ein grüner Hinterhof mit alten Bäumen, einem Gebrauchsrasen und verschiedenen Sitzmöglichkeiten, darunter eine Hollywoodschaukel: Das Fleckchen ist eine kleine Oase an der verkehrsumtosten Berliner Straße. Hier hat Birgit Simon ihr privates Lieblingsplätzchen. Von Simone Weil

Wenn dann noch Kaninchen Sabrina von Nachbarstochter Maria vorbeihoppelt, scheint die Idylle in der Innenstadt fast perfekt.

Ausruhen, lesen, plaudern, grillen, essen, aber auch arbeiten: Das macht die grüne Politikerin gerne im Freien. „Wenn es das Wetter zulässt, verbringen wir viel Zeit hier“, sagt sie. Wir, das sind Lebensgefährte Michael Stöppler, Freunde, Bekannte und Nachbarn.

Für Offenbachs erste Bürgermeisterin birgt die Innenstadtlage viel Lebensqualität: Sie ist schnell in der Stadt, kann zum Rathaus laufen oder mit dem Rad fahren und zwischen Terminen auch mal eine kurze Pause einlegen und sich umziehen. „Ich möchte so normal wie möglich leben“, sagt sie. Sich in eine Trutzburg zurückzuziehen kam nicht in Frage. Am Klingelschild steht ihr Name - nicht nur die Initialen, wie in manch noblen Quartieren.

Die Hausgemeinschaft ist sehr familiär und rücksichtsvoll“, lobt Simon das zwanglose Klima. Wenn einer grillt, sagt er den anderen Bescheid, die sich je nach Anlass entweder dazugesellen oder sensibel genug sind, auf Abstand zu gehen, wenn jemand mal seine Ruhe haben will.

Nach einem engagierten gärtnerischen Händchen oder gar einem mit der Nagelschere gepflegten englischen Rasen sieht es im Innenstadtgärtchen nicht aus: Offensichtlich ist den Hausbewohnern die Nutzung der Freisitze wichtiger als das Herausputzen. „Aber ich habe eigene Tomaten angepflanzt“, verrät die Bürgermeisterin, nicht ohne schnell hinzuzufügen: „Das heißt aber nicht, dass wir mit dem Angebot auf dem Wochenmarkt nicht zufrieden sind.“

Wir schauen bei Prominenten und auch weniger bekannten Personen in Offenbach vorbei: Haben Sie Lust, uns zu sich einzuladen? Dann melden Sie sich unter Tel: 069 05008-216 oder simone.weil@op-online.de

Gerne bewirtet die 52-Jährige im Gärtchen auch ihre drei erwachsenen Kinder, die mal mit Anhang, mal ohne, aus Aachen, Gießen und Göttingen zusammenkommen. Gäste bekocht Birgit Simon auch selbst: „Ich lege Wert auf gutes Essen. Ich meine damit gute Zutaten, keine komplizierte Küche. Oft ist weniger mehr.“ Wohl fühlt sie sich mit einer übersichtlichen Runde von sechs Leuten am Tisch. „So, dass alle noch miteinander reden können.“ Dann gibt es ein Drei-Gänge-Menü, mit Gerichten, die ihr immer gelingen. Dazu zählt beispielsweise ein Lachsgratin, das im Ofen mit ein wenig geräuchertem Lachs, Kartoffeln, Schalotten und Lauch gebacken wird. Beim Grillen gehört für die Kommunalpolitikerin der schwäbische Kartoffelsalat nach einem alten Rezept ihrer Mutter unbedingt dazu, genauso wie das Taboulé, ein nordafrikanisches Gericht mit Bulgur oder Couscous.

Weil demnächst ein Abstecher nach Aachen, dem Wohnort des jüngsten Sohnes, und von dort aus in die Niederlande geplant ist, gehört ein Reiseführer zur aktuellen Lektüre der Grünen. Weil sie meist mehrere Bücher gleichzeitig liest, liegt auch Vince Eberts „Denken Sie selbst! – Sonst tun es andere für Sie“ herum. „Ich lese jeden Tag“, verrät Birgit Simon. Außerdem joggt sie zwei- bis dreimal die Woche mit einer festen Gruppe.

Am 7. September 2006 hat Birgit Simon ihr Amt als Bürgermeisterin angetreten, zuvor war sie in Offenbach drei Jahre lang Sozial- und Umweltdezernentin. Auch wenn sie im idyllischen Freiburg aufgewachsen ist, schätzt sie inzwischen die hohe Lebensqualität, die ihr das Rhein-Main-Gebiet liefert. Vom tollen Rheingau-Riesling über Kultur und Ausflugsmöglichkeiten biete ihr die Region vielfache Möglichkeiten. „Hier geht‘s mir prima.“

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