Unternehmer befragten Tarek Al-Wazir zur Standortpolitik

Norwegen als Batterie für Hessen

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„Die Zeit der großen Firmenansiedlungen ist vorbei. Wir müssen andere Bereiche identifizieren, die Wachstum versprechen“, sagte Tarek Al-Wazir bei der Diskussion in der IHK.

Offenbach - Die Arbeitsgemeinschaft Hessischer IHKs befragt die Spitzenkandidaten der Landtagswahl zur „Standortpolitik für Hessens Wirtschaft“. Tarek Al-Wazir eröffnete am Montagabend die Reihe. Von Katharina Hempel

Er diskutierte mit Offenbachs IHK-Präsident Alfred Clouth und stellte sich den Fragen von Unternehmern. Tarek Al-Wazir, Spitzenkandidat der hessischen Grünen für den Landtagswahlkampf, könnte sich vorstellen, dass Norwegen die Batterie Hessens wird: „Sie nutzen dort sehr viel Wasserkraft. Wir müssen uns Gedanken um innovative Speicher machen.“ So beantwortete Al-Wazir die Frage eines Geschäftsführers aus Mühlheim, der nach Alternativen zu Wind- und Solarenergie fragte.

Damit lieferte der grüne Spitzenkandidat eine der wenigen neuen Ideen an diesem Abend in der Offenbacher IHK. Wer zuvor die Berichterstattung in den Medien verfolgt hatte, stellte bei den übrigen Antworten des 42-Jährigen keine Abweichungen fest: Tempolimit bei 130, Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr, Stärkung des Schienenverkehrs, Breitbandausbau.

Das ausgeweitete Nachtflugverbot stieß bei den 60 Gästen im Publikum zum Teil auf wenig Verständnis. Der Mühlheimer Geschäftsführer entgegnete: „Wir als kleines Unternehmen der Kunststoffverarbeitung profitieren vom Flughafen. Er ist für uns zentraler Standortfakor.“ Tarek Al-Wazir zeigte dafür Verständnis, betonte jedoch, dass es keinen Unterschied mache, ob täglich sechs oder nur vier Maschinen nach Dubai fliegen würden.

Interview zur Landtagswahl mit Tarek Al-Wazir

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Tarek Al-Wazir im Interview mit op-online. Wir haben mit dem Spitzenkandidaten der hessischen Grünen über die kommende Landtagswahl gesprochen und wie er die Chancen seiner Partei einschätzt.

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Einigkeit zwischen Wirtschaft und grüner Politik herrschte bei der Bildungspolitik. „Dem Fachkräftemangel lässt sich nur mit einer Bildungs- und Betreuungsgarantie entgegenwirken“, sagte Al-Wazir, „und die IHK müsste gegen das Betreuungsgeld auf die Barrikaden gehen. Gut ausgebildete Frauen bleiben so dem Arbeitsmarkt fern.“

Ausweichend antwortete der grüne Spitzenkandidat auf die Frage des IHK-Hauptgeschäftsführers Markus Weinbrenner, wie er das Dilemma zwischen zusätzlicher Abgabenbelastung für Unternehmen und dem Rückgang der Investitionsbereitschaft und Standortsicherung lösen wolle. Al-Wazir: „Die Schulden, die die alte Landesregierung in 15 Jahren angehäuft hat, müssen abgetragen werden. Das geht nur durch steuerliche Mehreinnahmen.“

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