Technisch aufgerüstet

+
Ein mobiles Beatmungsgerät und ein neuartiges Sonografiegerät im Einsatz am Patienten.

Offenbach (mt) - Mit Investitionen auf technischem Gebiet ist es dem Aufnahme- und Notfallzentrum (ANZ) des Klinikums möglich, Abläufe zu beschleunigen, Patienten und Mitarbeiter über den Behandlungsstand zu informieren und die notwendigen Untersuchungen noch effektiver vorzunehmen.

Eine Organisationssoftware steht für das Prozessmanagement der Abläufe zur Verfügung. Sie liefert einen überall einsehbaren Lageplan. So können die Mitarbeiter den Untersuchungsstand des Patienten überblicken und mit der Röntgenabteilung sofort die Befunde klären. Das verkürzt Wege und vereinfacht die Kommunikation. Auch die Erhöhung der Computerzahl von sechs auf 16 trägt zur Beschleunigung bei.

Seit März liefert das Wartezimmerinformationssystem (wie berichtet) permanent Informationen an den Bildschirm in der Wartezone. Dieser zeigt die Zahl der laufenden Behandlungen und der wartenden Patienten an und informiert über alles, was zu längerer Wartezeit führen kann, etwa die Alarmierung des Schockraums durch die Rettungsdienstleitstelle. Die Wartenden wissen dann: Es dauert länger, weil ein akuter Notfall eingeliefert wird.

Neuartiges Gerät zur Blutgasanalyse

Dr. Daniel Kiefl zeigt das Wartezimmerinformationssystem.

Ein neuartiges Gerät zur Blutgasanalyse ermöglicht die Messung der Sauerstoffversorgung im Blut, die präzise Diagnose bei Rauchgasvergiftungen und die Kontrolle des Hb-Werts (der im Körper vorhandenen Blutmenge), etwa bei Schwerverletzten. Für diese komplexen, oft lebensrettenden Untersuchungen sind keine zeitraubenden Blutprobentransporte ins Labor erforderlich, eine Diagnose ist in kürzester Zeit möglich. Damit ist die Notaufnahme anderen Krankenhäusern überlegen, die mit Standardgeräten arbeiten, auf Laboranalysen angewiesen sind und erhebliche Zeitverluste in Kauf nehmen müssen.

Mit einem mobilen Beatmungsgerät können Patienten unter optimaler technischer Therapie durch die Notaufnahme geschleust und vom Schockraum in den Operationssaal oder auf die Intensivstation gefahren werden, ohne vom Gerät getrennt zu werden. Das „mitwandernde“ Gerät ermöglicht eine nicht-invasive, also schlauchlose Beatmung. Das ist wichtig bei Lungenstauung durch Herzversagen und bei fortgeschrittener, chronisch atemwegsverengender Erkrankung („Raucherlunge“), bei deren schubweise auftretenden Symptomen wie Husten, Auswurf und Atemnot die Lungenfunktion drastisch abnehmen kann.

Ultraschalldaten per WLAN

Zwei Sonografiegeräte der neuen Generation übertragen die gemessenen Ultraschalldaten per WLAN in die Klinik, so dass alle Ärzte im Haus diese einsehen können. Beste Bildqualität garantiert schnellere Diagnose und effektivere Therapie-Entscheidungen. Die Mitarbeiter des ANZ sind in der Notfallsonografie nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin ausgebildet.

„Auf diese hochmoderne Ausrüstung des Aufnahme- und Notfallzentrums können wir stolz sein“, kommentiert Dr. Daniel Kiefl als Ärztlicher Manager und Leitender Arzt. „Es geht ja nicht um technische Spielereien, sondern um die Rettung von Leben und Gesundheit der Patienten und Transparenz dessen, was mit ihnen geschieht, für sie und ihre Begleiter.“

Kommentare